21.09.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Verteidigungsminister Jung (r.) und Marine-Admiral Krause in Wilhelmshaven
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Das deutsche Militär-Engagement in Nahost hat Verteidigungsminister Jung als einen Einsatz für den Frieden gewürdigt. Die Marine begebe sich auf keinen Kriegsschauplatz. Der oberste Dienstherr der Soldaten hofft auf einen guten Verlauf.
Als «historischen Tag» für die Marine hat Verteidigungsminister Franz Josef Jung die Verabschiedung der 1000 Soldaten bezeichnet, die von Wilhelmshaven aus am Donnerstag in den Nahen Osten starten. Er sei sich sicher, dass die Marine ihren Auftrag der Friedenssicherung «hervorragend erfüllen» werde, sagte Jung in einer Ansprache am Kai.
Den feierlichen Appell unter strahlend blauem Himmel besuchten auch zahlreiche Angehörige der Marinesoldaten. Auch mit Blick auf die Verwandten bekannte der Verteidigungsminister: «Dies ist kein Einsatz ohne Risiko.» Er schicke die Männer und Frauen der Bundeswehr jedoch nicht auf einen Kriegsschauplatz. Wie der Minister versicherte, geht es einzig darum, den mit dem Waffenstillstand vom August erreichten Frieden im Libanon sichern zu helfen. «Ohne ein Schweigen der Waffen gibt es keine Chance für Frieden im Nahen Osten». Er hoffe, dass im Verlauf der Mission «keine Lage entsteht, die zu lebensbedrohlichen Situationen für die Soldaten führt».
Um den Einsatz war in den vergangenen Wochen in Deutschland heftig debattiert worden. Gegner warnten, angesichts der deutschen Geschichte dürfe die Bundeswehr nicht an der Grenze zu Israel operieren. Soldaten könnten in Kämpfe mit Israelis verwickelt werden. Am Mittwoch hatte dann der Bundestag als oberstes Entscheidungsgremium schließlich mit breiter Mehrheit der Bundeswehr den Marschbefehl gegeben. Notwendig geworden war der Einsatz, weil ein heftiger Waffenkonflikt zwischen Israel und der schiitischen Hisbollah-Miliz im Südlibanon entstanden war. Hunderte starben, Hunderttausende mussten fliehen.
Marine vor unbekannten AufgabenAnlass der Auseinandersetzung war die Entführung israelischer Soldaten. Erst der UN-Sicherheitsrat konnte mit einer UN-Resolution einen Waffenstillstand erwirken. Die Uno will, dass die libanesische Armee die Hisbollah entwaffnet. Eine vorerst 7.000 Mann starke Blauhelmtruppe soll dies überwachen.
Deutschland leitet den maritimen Einsatz vor der Küste Libanons. Für die Mission in See stechen die Fregatte «Mecklenburg-Vorpommern» als Führungsschiff, die Fregatte «Karlsruhe», der Einsatzgruppenversorger «Frankfurt am Main», der Tender «Elbe» sowie vier Schnellboote. Hauptaufgabe des Einsatzverbandes der UN-Friedenstruppe Unifil ist es, das Seegebiet vor der libanesischen Küste zu überwachen sowie Waffenschmuggel in den Libanon zu unterbinden.
Wie der deutsche Kommandeur des internationalen Marine-Verbandes, Flottillenadmiral Andreas Krause, sagte, stellt der UN-Einsatz die Deutsche Marine vor bisher nicht gekannte Aufgaben. Er sei aber sicher, «dass uns in diesem Einsatz nichts begegnen wird, mit dem wir nicht fertig werden können». Der Inspekteur der Marine, Vizeadmiral Wolfgang Nolting, sprach von einer «wahrhaft historischen Mission». (nz)