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Juristischer Kniff im Delmenhorster Hotel-Streit

18. Sep 2006 16:32
Proteste gegen Hotel-Verkauf in Delmenhorst
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Delmenhorst hat im Versuch, den Verkauf eines Hotels an einen Neonazi zu verhindern, einen Rückschlag erlitten. Der Besitzer des Gebäudes hat mithilfe eines Tricks den Preis erhöht.

Der Besitzer eines von Neonazi-Anwalt Jürgen Rieger begehrten Hotels in Delmenhorst will mit einem Trick den Preis erhöhen. Günter Mergel brachte die Immobilie in eine neue Firma mit dem Namen «Hotel am Stadtpark GbR» ein, sagte er am Montag. Damit könne ihn die Stadt nicht mehr zwingen, die leer stehende Immobile für 2,5 Millionen Euro zu verkaufen.

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Mergel erklärte, er selbst stehe als Besitzer nun nicht mehr im Grundbuch. Allerdings ist er nach eigenen Angaben Eigentümer der «Hotel am Stadtpark GbR»: «Damit ist das Vorkaufsrecht der Stadt ausgehebelt», sagte er. Nun könne er statt der Immobilien Anteile an der Gesellschaft verkaufen.

Den Kaufpreis an die Stadt senkte Mergel zugleich – er liegt aber immer noch über dem Höchstgebot Delmenhorsts. Der Hotelbesitzer verlangt nach eigenen Angaben jetzt drei Millionen Euro als Kaufpreis. «Ich komme der Stadt um rund 300.000 Euro entgegen», sagte er.

Millionen-Schulden auf dem Objekt

Bisher bietet die Stadt 2,5 Millionen Euro, Mergel verlangte nach früheren Angaben 3,4 Millionen Euro. Zum ersten Mal deutete Mergel an, wie hoch die Schulden auf dem Objekt sind, nämlich 1,9 Millionen Euro. Mergel erklärte, Rieger sei auch nach dem juristischen Kniff weiter an dem Hotel interessiert. Das habe er ihm telefonisch bestätigt.

Am Dienstag will sich der Verwaltungsrat der Stadt Delmenhorst erneut mit dem Fall befassen. Das Hotel mitten in Delmenhorst steht seit 15 Monaten leer, Mergel sucht dafür seit langem einen Käufer. Nach eigenen Angaben lag ihm ein Angebot von Rieger über die von ihm zunächst geforderten 3,4 Millionen Euro vor. Der Neonazi-Anwalt wollte in dem Gebäude ein Schulungszentrum für Gesinnungsgenossen errichten.

Die Stadt Delmenhorst hatte in der vergangene Woche 2,5 Millionen Euro für das Hotel geboten, nachdem der Verkehrswert ermittelt worden war. Der Betrag setzt sich aus 1,6 Millionen Euro Geld der öffentlichen Hand sowie 900.000 Euro an Spenden zusammen. Die Spenden hatte eine Bürgerinitiative für den eigenen Ankauf gesammelt, um die Übergabe des Hotels an NPD-Mitglied Rieger abzuwehren. (nz)

 
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