Wen sagte, die chinesische Regierung lege großen Wert auf den Schutz der Menschenrechte. Dies sei auch in der Verfassung verankert. Grünen-Fraktionsvize Jürgen Trittin hielt in der «Frankfurter Rundschau» dagegen, in Chinas Fabriken herrschten teilweise «unhaltbare Zustände, die an die Zeiten des Kommunistischen Manifestes von 1848 erinnern». Weitere Themen des Gesprächs seien der Nahost-Konflikt, der Atomstreit mit Iran und die Flüchtlings-Problematik in der sudanesischen Region Darfur gewesen, sagte Wen. Bei diesen Themen sei Übereinstimmung erzielt worden. Wen erklärte, im Atomstreit mit Iran wolle China vorerst auf Sanktionen gegen Teheran verzichten.
Vor dem Gespräch mit Merkel war Wen am zweiten Tag seines Deutschlandbesuchs von Bundespräsident Horst Köhler im Schloss Bellevue empfangen worden. Bei dem Gespräch stand die wirtschaftliche Entwicklung der beiden Länder im Mittelpunkt. Darüber hinaus übergab Wen Köhler eine Einladung von Präsident Hu Jintao nach China. Köhler will dieser voraussichtlich 2007 folgen. (nz)