netzeitung.deFrauenrechtlerin Ates gibt nach Drohungen auf

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Seyran Ates (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Seyran Ates
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Seyran Ates, eine Vorkämpferin für die Rechte muslimischer Frauen, fürchtet um ihr Leben. Sie schließt nach Drohungen ihre Anwaltskanzlei in Berlin, will aber weiter politisch aktiv sein.

Die bundesweit als Frauenrechtlerin bekannte Berliner Rechtsanwältin Seyran Ates will ihre Anwaltskanzlei auflösen. Wie der «Tagesspiegel» am Sonntag berichtet, hat die Juristin Angst um ihr Leben.

«Auf Grund der Bedrohung durch die Verfahrensgegner meiner Mandanten und vor allem auf Grund einer akuten Bedrohungssituation ist mir wieder mal allzu deutlich vor Augen geführt worden, wie gefährlich die Arbeit als Rechtsanwältin war und wie wenig ich als Einzelperson geschützt war und bin», steht auf ihrer Homepage.

Angriffsversuch im Gerichtsgebäude
Vor einigen Wochen habe ein Ex-Mann einer Mandantin ihr und seiner früheren Frau noch im Gerichtsgebäude aufgelauert und die Mandantin vor ihren Augen niedergeschlagen, sagte Ates. Sie selbst habe er beschimpft und ebenfalls versucht, anzugreifen. Männer, die in der Nähe standen, hätten sich nicht getraut, einzugreifen.

Ates wurde nach eigenen Angaben bereits häufig von Ehemännern und Verwandten ihrer Mandantinnen beschimpft und angefeindet wird. Der Vorfall im Gericht sei nur der letzte Anlass für ihren Rückzug gewesen, sagte sie. Sie wolle sich aber weiter auf politischer Ebene engagieren.

Ates gilt als eine unerbittliche Kämpferin für die Rechte muslimischer Frauen. Sie verurteilt öffentlich Zwangsverheiratungen und so genannte Ehrenmorde. Für ihr Engagement wurde Seyran Ates mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet.

Klotz fordert Solidaritätskampagne
Politikerinnen äußerten sich betroffen über den Entschluss von Ates. Grünen-Fraktionschefin Sibyll Klotz schlug eine Unterstützungskampagne für die Anwältin vor. Auch Ulrich Schellenberg, Vorsitzender des Berliner Anwaltsvereins, findet Ates Konsequenz «dramatisch». Deshalb müssten Berufskollegen mit Ates «unbedingt Solidarität zeigen». (nz)