Netzeitung Logo
 
DruckenVersenden
 

CSU stützt Schäuble im Streit um Terror-Datei

27. Aug 2006 22:35
Edmund Stoiber
Bild vergrößern
Die Anti-Terror-Datei soll kommen – die Frage ist nur wie. Der Dissens zwischen Innenminister Schäuble und Justizministerin Zypries wird zum Konflikt zwischen Union und SPD.

Der Streit zwischen Union und SPD über die Form der geplanten Anti-Terror-Datei nimmt zu. CSU-Chef Edmund Stoiber forderte die SPD dazu auf, den Weg für eine umfassende Datei freizumachen. «Die jahrelange Blockade einer Anti- Terror-Datei durch Rot-Grün war schon falsch und unverständlich. Wenn jetzt Teile der SPD weiter auf der Bremse stehen, ist das geradezu verantwortungslos», schrieb er in der «Bild am Sonntag».

Mehr in der Netzeitung:
  • BKA schließt akute Anschlagsgefahr aus 27. Aug 2006 13:53, ergänzt 16:32
  • Streit über Konsequenz aus Kofferbomben-Fall 26. Aug 2006 09:04, ergänzt 12:22
  • Anti-Terror-Razzien in Nordrhein-Westfalen 27. Aug 2006 11:01
  • Stoiber forderte, zu einer wirksamen Anti-Terror-Datei gehöre neben Nationalität, Beruf und Auslandsaufenthalten auch die Angabe der Religionszugehörigkeit. «Die SPD muss wissen: Jedes Minus bei der Anti-Terror-Datei ist ein Minus an Sicherheit für die Bürger.» Deswegen müssten für ein Maximum an Sicherheit «alle notwendigen Angaben, auch die Religion» hinein.

    Damit schließt Stoiber sich der Forderung von Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) an, der sich zuvor ebenfalls dafür ausgesprochen hatte, konkrete Informationen wie die Religionszugehörigkeit und berufliche Fähigkeiten in der geplanten Anti-Terror-Datei zu speichern. Die Datei soll die Erkenntnisse von Geheimdiensten und Polizei verknüpfen und einen schnelleren Informationsaustausch ermöglichen.

    Verfassungsrechtliche Hürden

    Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) sprach sich allerdings gegen eine solche Volltextdatei aus. Sie plädierte aus verfassungsrechtlichen Gründen für eine Indexdatei, in der lediglich vermerkt werde, was wo in anderen Quellen zu finden sei. Der SPD-Vorsitzende Kurt Beck sprach sich im Gespräch mit der «Super Illu» für eine erweiterte Indexdatei aus. Er ließ aber offen, ob auch die Religionszugehörigkeit darin angeführt werden soll.

    Der Parlamentarische Geschäftsführer der Grünen-Bundestagsfraktion, Volker Beck, wies Stoibers Vorwurf einer rot-grünen Blockade zurück. Die verfassungsrechtliche Trennung von Polizei und Geheimdiensten verbiete aber die von vielen Unionspolitikern gewünschte Volltextdatei und gebiete eine Indexdatei, sagte er.

    Auch Grünen-Chefin Claudia Roth sprach sich gegen eine Volldatei aus. Diese würde «einen gigantischen Datenfriedhof» bedeuten, sagte sie der ARD. Ein solcher Datenmüll sei weder zu durchforsten, noch seien geheimdienstliche Daten darin geschützt. (nz)

     
    Drucken
    VersendenSocial Bookmark Mister Wong Yigg Google del.icio.us Oneview Webnews
     
    Zu weiteren Bildergalerien
    Zu weiteren Bildergalerien
    Zum Wissenstest

    Alle Wissenstests

    Zum Wissenstest

    Alle Wissenstests

    Sie müssen JavaScript aktiviert und Flash 8 installiert haben, um diese Seite in vollem Umfang nutzen zu können.
     
    Zum Wissenstest

    Alle Wissenstests

    Live Top 5
    netzeitung.de auf Ihrer iGoogle-Seite
    Aus anderen Ressorts
    Zur Autogazette

    Geschäftsführer: Dr. Robert Daubner | Chefredakteurin: Domenika Ahlrichs | Impressum | Datenschutz
    NZ Netzeitung GmbH · Karl-Liebknecht-Str. 29 · 10178 Berlin · Tel.: 030 23 27 6840 · Fax: 030 23 27 6874
    Alle Rechte © 2008 NZ Netzeitung GmbH
     
    Vermarktung: DZH Online Media Sales Group GmbH
     
    IT & Security by Procado
     
    [ai:ti]-Quotes&Charts: IT Future AG
    Quellen der Börsendaten: IT Future AG, Standard&Poor's Comstock Inc. und weitere.