25.08.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Muslime in Leipzig
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Die Muslime in Deutschland sind den Forderungen führender deutscher Politiker nach einer klareren Abgrenzung von Terrorismus nachgekommen. Sie verurteilten die geplanten Zuganschläge mit «Entsetzen und Abscheu».
Die Muslime in Deutschland haben die versuchten Bombenanschläge auf zwei Regionalzüge scharf verurteilt. In einer am Freitag in Köln veröffentlichten Erklärung von 16 muslimischen Verbänden und Migrantenorganisationen heißt es, die versuchten Anschläge hätten bei ihnen «Entsetzen und Abscheu» ausgelöst. Die Verbände verwahrten sich nachdrücklich dagegen, «dass diese Handlungen mit dem Islam gerechtfertigt werden sollten».
Die deutschen Muslime sähen sich von den Ereignissen doppelt betroffen, heißt es in der Erklärung. Einerseits seien Muslime als Teil der Gesellschaft ebenso potenzielles Ziel von Anschlägen wie andere Mitbürger auch, «andererseits müssen wir verstärkt darunter leiden, von vielen als 'Mitschuldige' bezeichnet zu werden». Die Verbände traten ferner für eine Intensivierung des Dialogs ein und appellierten an Politik und Gesellschaft, Kräften eine Absage zu erteilen, «die angesichts der Bedrohungslage Freiheitsrechte beschneiden wollen».
Der Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD) appellierte an die muslimischen Gemeinden in Deutschland sich stärker und deutlicher gegen den Terror zu stellen. ZMD-Generalsekretär Aiman Mazyek sagte am Mittwochabend im ZDF, es sei «Moslempflicht und Bürgerpflicht, extremistische Tendenzen zu benennen und zu melden. Rekrutierungen fänden aber nicht in den Moscheen sondern in Kellergebäuden und anderswo statt. «Da müssen wir hin», betonte Mazyek.
Dies sei aber ein gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Hier müssten Sicherheitsbehörden, Gesellschaft und Kirche zusammenarbeiten. Der Generalsekretär warnte erneut vor Ausgrenzung und Stigmatisierung von muslimischen Bürgern. (nz)