19. Aug 2006 20:37
Oben erfolgreich und solvent, unten arbeitslos und arm – dazwischen die verunsicherte Mittelschicht: SPD-Chef Beck sieht die Zukunft des Landes düster, wenn sich Leistung nicht bald wieder lohnt.
Vor allem die vielen Leistungsempfänger der Unterschicht hat Beck mit seinem Beitrag im Blick: Deutschland könne es nicht ohne Schaden aushalten, wenn ein Kernversprechen der sozialen Marktwirtschaft immer wieder gebrochen werde, nämlich Sicherheit und Aufstieg durch Arbeitsleistung. «Leistung muss sich wieder lohnen», überschrieb Beck seinen Text – ein Wahlwerbespruch, mit dem die CDU unter Helmut Kohl 1982 die damalige SPD-geführte Bundesregierung aus dem Amt warf.Beck entwirft in seinem Beitrag das Leitbild eines «vorsorgenden Sozialstaates, der am Leistungsprinzip orientiert ist und der sozialen Zusammenhalt stiftet». Die Schlüsselrolle weist Beck der Bildung zu. «Bildungsreichtum und -armut sind in unserer Welt des fortschreitenden Wissens zur sozialen Schicksalsfrage geworden.» Es sei daher «zutiefst beschämend», dass in Deutschland die Bildungschancen besonders stark von der Herkunft abhängig seien. Das hatten Studien der OECD oder der Uno gezeigt.