Terroralarm führt zu Debatte um Bundeswehr
11.08.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) warnt vor vorschnellen Reaktionen oder Gesetzesänderungen. Erst nach genauer Kenntnis der Londoner Vorfälle könne man entscheiden, ob es Änderungsbedarf gebe, sagte Steinmeier im ARD-«Morgenmagazin».
Eine «Reservepolizei» in Deutschland sei nicht nötig, so Wiefelspütz. Die Diskussion sei von «Hilf- und Gedankenlosigkeit» geprägt. Der SPD-Politiker sieht Deutschland für den Kampf gegen den Terror gut gerüstet, wie er der FTD Online sagte. «Jetzt ist Feinarbeit gefragt», sagte er. Im Herbst würden die Terrorbekämpfungsgesetze verlängert, und auch die geplante Anti-Terror-Datei werde kommen.
Im Normalfall sei die Polizei «vollkommen ausreichend», so Hanning. Man müsse sich aber auf «besondere Situationen» einstellen, über die auch bei der Vorbereitung auf die Fußball-WM diskutiert worden sei. In solchen Fällen müsse daran gedacht werden, ebenfalls die Bundeswehr einzusetzen.
Neben der Prävention sei es vor allem unabdingbar, Informationen zur Gefahrenabwehr zu gewinnen. In der Zusammenarbeit von Polizei und Geheimdienst seien bereits «große Erfolge erzielt» worden. Diese Zusammenarbeit müsse weiterentwickelt werden.
Mit Zurückhaltung reagierte der Grünen-Fraktionschef Fritz Kuhn auf die Forderung nach einer engeren Zusammenarbeit zwischen Polizei und Geheimdiensten. Im ARD-Morgenmagazin verwies er auf Bedenken bei den Geheimdiensten. «Man muss einen Austausch haben, aber nach einem geregelten Verfahren und nicht automatisch.» Klar müsse sein, dass die terroristische Bedrohung weiter bestehe. Deshalb dürfe der Rechtsstaat aber nicht ausgeschaltet werden. Das wäre genau das Ziel der Terroristen. (nz)

