netzeitung.deKuhn wirft Lafontaine «sektenhafte» Ziele vor

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Fritz Kuhn (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

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In der Debatte um mögliche Koalitionen hat Grünen- Fraktionschef Kuhn ein Bündnis mit der Linkspartei auf Bundesebene ausgeschlossen. Gegenüber «Jamaika» und der «Ampel» seien die Grünen aber in gleichem Maße offen.

Nach Ansicht von Grünen-Fraktionschef Fritz Kuhn müsse seine Partei sich auf einen Zusammenbruch der Großen Koalition vorbereiten. Ein Dreierbündnis mit FDP und Union, die so genannte Jamaika-Koalition, betrachte er als gleichrangig mit der Ampel-Koalition von SPD, FDP und Grünen, sagte Kuhn der «Bild am Sonntag». «Wir wollen weder Union noch SPD aus der Patsche helfen», so Kuhn.

Eine Koalition mit der Linkspartei schloss er hingegen aus. Mit dem Fraktionschef der Linken im Bundestag, Oskar Lafontaine, mache das keinen Sinn, sagte Kuhn: «Der hat keine inhaltlichen Ziele, sondern will nur die SPD kaputt machen. Das ist sektenhafter Fanatismus.»

«Premium-Opposition»
Auch Fraktionschefin Künast glaubt nicht daran, dass die Große Koalition bis zum Ende der Legislaturperiode hält. Mit der Gesundheitsreform habe die große Koalition gezeigt, dass sie «mit ihrer Mär von der großen Kraft zur Lösung der Probleme am Ende» sei, sagte Künast dem «Tagesspiegel am Sonntag». Mit der grünen Oppositionsarbeit zeigte Künast sich zufrieden: «Wir stehen doch gut da.»

Allerdings seien die Grünen in einer Situation, «die eine besondere Darstellungskunst erfordert.» Die Grünen müssten «eine Premium-Opposition sein, die Antworten auf die Kernfragen der Zukunft gibt.» Für die Landtagswahlen in Berlin schloss Künast eine Ampel- oder Jamaika-Koalition aus: «In Berlin sind Union und FDP nicht regierungsfähig.» Stattdessen solle in der Hauptstadt Rot-Rot durch Rot-Grün abgelöst werden - möglichst ohne Linkspartei.

Linkspartei für Rot-Rot-Grün
Linkspartei-Fraktionsvize Bodo Ramelow hält ein rot-rot-grünes Bündnis auf Bundesebene dagegen nicht für abwegig. Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit (SPD), könnte dabei möglicherweise ein Partner sein, sagte Ramelow dem Nachrichtenmagazin «Focus». Der SPD-Politiker, der Berlin mit einer rot-roten Koalition regiert, habe es geschafft, eine Integrationsfähigkeit jenseits der CDU zu organisieren. (nz)