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Bei Kofferbomben führt Spur nach Beirut

03. Aug 2006 19:32
Gefundener Sprengstoff-Koffer
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Bei der Suche nach den Verantwortlichen für die gefundenen Bomben in Dortmund und Koblenz führt ein Hinweis ins Ausland. Über den Zweck der in den Koffern ebenfalls gefundenen Speisestärke gibt es bislang nur Vermutungen.

Bei den Ermittlungen zu den Bombenfunden in Dortmund und Koblenz sind die Behörden nach einem Bericht der «Süddeutschen Zeitung» auf eine Spur in den Nahen Osten gestoßen. Wie das Blatt schreibt, wurde in einem der Bombenkoffer eine Plastiktüte mit aufgedruckten arabischen Schriftzeichen entdeckt.

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  • Ersten Erkenntnissen zufolge stamme die Tüte aus der libanesischen Hauptstadt Beirut, heißt es in dem Bericht. Daher könne es sich um versuchte Terroranschläge gehandelt haben. Bei der Bundesanwaltschaft war am Abend zunächst niemand erreichbar. Laut «SZ» wollte sich die Behörde am Donnerstag nicht zu den Erkenntnissen äußern. Die Zeitung zitierte aber nicht näher genannte Sicherheitskreise, die die Informationen bestätigt hätten. Dem Bericht zufolge berücksichtigen die Ermittler aber auch die Möglichkeit, dass die Täter eine falsche Spur legen wollten.

    Vorgetäuschter Gift-Anschlag denkbar

    Ebenfalls fanden die Fahnder ein weißes Pulver, mit dem die Täter möglicherweise einen Giftanschlag vortäuschen wollten. Ein Sprecher der Bundesanwaltschaft in Karlsruhe bestätigte am Donnerstag Medienberichte, wonach eine Tüte mit Speisestärke entdeckt wurde. Die Bundesanwaltschaft gebe aber «keine Bewertung» des Fundes ab. Sie werde sich nicht an Spekulationen zum Zweck des Pulvers beteiligen. Die kriminaltechnische Auswertung der in Dortmund und Koblenz aufgetauchten Koffer und ihres Inhalts sei noch nicht abgeschlossen.

    Nach den Terror-Anschlägen vom 11. September 2001 in den USA hatten Unbekannte weltweit Päckchen mit dem Milzbranderreger Anthrax verschickt, der in weißer Pulverform vorkommt. «Focus online» hatte am Mittwoch einen nicht genannten Polizei-Ermittler mit der Vermutung zitiert, der oder die Täter hätten durch den Dortmunder Spreng-Koffer einen Gift-Anschlag vortäuschen wollen. Nach einer Explosion hätte sich das Stärkepulver weit verteilt, hieß es in dem «Focus online»-Bericht weiter.

    «Focus online» hatte weiter gemeldet, die Fahnder vermuteten, dass die Sprengsätze deshalb nicht explodierten, weil in den verwendeten Gasflaschen zu viel Gas gewesen sei. Die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe gab zu diesen Spekulationen keinen Kommentar ab. Andere Ermittler verwiesen bei Anfragen stets auf Karlsruhe.

    Spekulationen über Ermittlungen in Köln

    Die beiden Sprengsätze waren am Montag in Dortmund und Koblenz aufgetaucht. Ein Koffer wurde in einem Regionalzug zwischen Aachen und Hamm gefunden und am Dortmunder Hauptbahnhof abgegeben. Das zweite, erst am Dienstag im Bahnhof von Koblenz geöffnete Gepäckstück, hatten Unbekannte im Regionalexpress zwischen Mönchengladbach und Koblenz abgestellt.

    Beide Zuglinien führen nach Auskunft der Deutschen Bahn über Köln. Nach Angaben eines Bahnsprechers halten die Züge an den Bahnhöfen Ehrenfeld, Köln-Hauptbahnhof und Messe/Deutz. Medienspekulationen, dass die Polizei deshalb im Kölner Raum verstärkt ermittle, wurden am Donnerstag nicht bestätigt.(nz)

     
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