Böhmer wandte sich gegen eine Unterstützung durch die Bundesebene beim Kampf gegen rechte Tendenzen. «Die Bekämpfung des Rechtsextremismus muss vor allem auch vor Ort in die Hand genommen werden», so Böhmer. Wer versuche, alles auf Geld zu reduzieren, der rede am Thema vorbei. «Man kann auch mit vielen Millionen Euro das Problem nicht lösen», so der Ministerpräsident mit Blick auf die Diskussion um Kürzungen bei Anti-Rechts-Initiativen. «Es geht darum, das Denken der Menschen zu beeinflussen.»Auch bei der SPD sorgte der Vorfall für Empörung. Die Verbrennung «ist eine schwer wiegende, krasse Grenzverletzung, die das Andenken Ermordeter in den Dreck zieht», sagte der SPD-Innenpolitiker im Bundestag, Dieter Wiefelspütz, der Netzeitung. SPD-Vorstandsmitglied Niels Annen bezeichnete es als «schockierend, dass ein gewählter Bürgermeister sich so etwas ansieht» und forderte weitergehende Schritte: «Es ist an der Zeit, da Konsequenzen zu ziehen», sagte er der Netzeitung. Der Vorfall sei ein symbolischer Akt und eine gezielte Provokation gewesen, so Annen, der auch die Arbeitsgruppe Rechtsextremismus der SPD leitet. «Das konnte keiner übersehen, so etwas ist nicht entschuldbar.» Da eine Mitarbeiterin des Ordnungsamtes die Veranstaltung beendete, «scheint es ja durchaus aufgefallen zu sein».