Er spielte dabei auf die Bereitschaft der drei Linkspartei-Minister in der Landesregierung an, bei Demonstrationen mitzumachen. Ob sie denn tatsächlich mit von der Partie sein werden, ist offen, da Bauminister Helmut Holter zum Bush-Besuch in Urlaub ist und Umweltminister Wolfgang Methling sowie Sozialministerin Marianne Linke sich ausdrücklich nur an «friedlichen Protesten» beteiligen würden.Der SPD-Landesvorsitzende, Agrarminister Till Backhaus, äußerte wiederholt sein Unverständnis für die Protestvorhaben seiner Kabinettskollegen und forderte sie mit deutlichen Worten auf, davon abzulassen. Dagegen belässt es SPD-Regierungschef Harald Ringstorff, offensichtlich um den Koalitionsfrieden bemüht, bei der lapidaren Äußerung, dass friedliche Proteste möglich sein müssten.
Allein die Möglichkeit demonstrierender Regierungsmitglieder ist für die CDU-Opposition des Landes aber schon ein Skandal. Der Generalsekretär der CDU Mecklenburg-Vorpommern, Lorenz Caffier, forderte den Ministerpräsidenten wiederholt auf, seine Kabinettsmitglieder von der Linkspartei zur Ordnung zu rufen. «Es wäre eine absurde und in Deutschland einmalige Situation, wenn der Ministerpräsident Bush offiziell im Land begrüßt wird, während die eigenen Kabinettskollegen womöglich in der ersten Reihe von autonomen Gegendemonstranten stehen», sagte Caffier.(nz)