Bush-Besuch sorgt für rot-roten Koalitionsstreit
29.06.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Für die Linkspartei Mecklenburg-Vorpommerns ist Bush ein ungebetener Gast, dem man die Ablehnung bei Protesten in Stralsund deutlich zeigen will, wie Linkspartei-Landeschef Peter Ritter ankündigte. Es gebe ausreichend Gründe, um gegen die Kriegs- und Wirtschaftspolitik von Bush zu protestieren. «Die Teilnahme an friedlichen Protesten ist verfassungsmäßiges Grundrecht, für alle, auch für Minister», erklärte Ritter.
Der SPD-Landesvorsitzende, Agrarminister Till Backhaus, äußerte wiederholt sein Unverständnis für die Protestvorhaben seiner Kabinettskollegen und forderte sie mit deutlichen Worten auf, davon abzulassen. Dagegen belässt es SPD-Regierungschef Harald Ringstorff, offensichtlich um den Koalitionsfrieden bemüht, bei der lapidaren Äußerung, dass friedliche Proteste möglich sein müssten.
Allein die Möglichkeit demonstrierender Regierungsmitglieder ist für die CDU-Opposition des Landes aber schon ein Skandal. Der Generalsekretär der CDU Mecklenburg-Vorpommern, Lorenz Caffier, forderte den Ministerpräsidenten wiederholt auf, seine Kabinettsmitglieder von der Linkspartei zur Ordnung zu rufen. «Es wäre eine absurde und in Deutschland einmalige Situation, wenn der Ministerpräsident Bush offiziell im Land begrüßt wird, während die eigenen Kabinettskollegen womöglich in der ersten Reihe von autonomen Gegendemonstranten stehen», sagte Caffier.(nz)

