Tausende gegen «die braune Soße»: 

netzeitung.deTausende demonstrieren gegen «braune Soße»

 Herausgeber: netzeitung.de

Tausende demonstrieren in Gelsenkirchen gegen Rechtsextremismus und Rassismus. (Foto: AP<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Tausende demonstrieren in Gelsenkirchen gegen Rechtsextremismus und Rassismus.
Foto: AP
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Friedlich haben Neonazi-Gegner am Samstag in Gelsenkirchen gegen eine parallel stattfindende NPD-Veranstaltung demonstriert. Vizekanzler Müntefering rief zu Toleranz und Weltoffenheit auf.

Mehrere Tausend Menschen haben am Samstag in der WM-Stadt Gelsenkirchen gegen Rechtsextremismus und Fremdenhass demonstriert. Anlass war ein Aufmarsch von knapp 200 Anhängern der rechtsextremen NPD, die von Mittag an durch die Ruhrgebietsstadt zogen. Auf der Gegenkundgebung forderte Bundestagspräsident Norber Lammert (CDU) die Bürger auf, ein Zeichen gegen «den Auftritt dieses kleine Häufleins verlotterter Rechtsextremisten» zu setzen.

Auch Vizekanzler Franz Müntefering wandte sich gegen die NPD und ihre Ziele: «Ob Deutsche oder Nicht-Deutsche: Wir sind alle Sportsfreunde», rief Müntefering. «Rassisten haben im Sport keinen Platz.» Die NPD wolle die Fußball-WM für ihre Zwecke nutzen und Fremdenfeindlichkeit säen. Der Vizekanzler warnte aber, nicht nur die gewaltbereiten Nazis in Springerstiefeln seien gefährlich, sondern auch die, die deren Aktivitäten mit ihrem Geld möglich machten: «Vielleicht sind die mit den Nadelstreifen und dem Geld sogar die gefährlicheren.»

Was die NPD versuche, sei eine «alte Masche», so Müntefering: «Minderheiten verantwortlich zu machen für die Probleme, die es gibt.» Dem müsse man mit klaren Botschaften begegnen: «Die braune Soße soll in Deutschland nie wieder eine Chance haben.» Lammert betonte, Deutschland wolle sich bei der WM als freundliches und weltoffenes Land zeigen. «Das lassen wir uns von niemandem vermiesen», sagte der Bundestagspräsident. Er wies darauf hin, dass unter den 700 Fußballern der WM nur 23 Deutsche und die übrigen Ausländer seien: «Fremdenhass darf bei uns keine Chance haben.»

Strenge Auflagen
Die Polizei machte den Rechtsextremisten strenge Auflagen. So wurde der Zugweg auf rund einen Kilometer und die Zahl der mitgeführten Fahnen beschränkt.

Die Demonstration der Rechten war erst am Freitag vom Bundesverfassungsgericht gestattet worden, nachdem das Oberverwaltungsgericht Münster sie zuvor verboten hatte. Die Münsteraner Richter hatten ihr Verbot vor dem Hintergrund der Fußball-WM mit einer massiven Gefährdung der Öffentlichen Sicherheit begründet. (nz)