01. Jun 2006 19:29
Verteidigungsminister Jung hat den geplanten Einsatz der Bundeswehr im Kongo gegen Kritik gerechtfertigt. Doch der Bundeswehrverband sagt, Hilfe beim zivilen Wiederaufbau wäre sinnvoller gewesen.
Die Bundesregierung sei von den Vereinten Nationen gebeten worden, diese Wahlen abzusichern, sagte Jung. Damit sei eine Perspektive für eine friedliche Entwicklung gewährleistet. «Das ist unsere Aufgabe, und die wollen wir wahrnehmen.» Der Vorsitzende des Bundeswehrverbands, Bernhard Gertz, kritisierte hingegen den geplanten Einsatz erneut scharf: «Ich bin nicht wirklich für diesen Auftrag», sagte Gertz am Donnerstag im rbb-Inforadio. Eine Investition in den
zivilen Aufbau des Landes wäre sinnvoller gewesen: «Sicherheit im Kongo muss man in erster Linie dadurch produzieren, dass man Sicherheitskräfte davon abhält, die eigene Bevölkerung auszuplündern.»
Es gebe im Kongo etwa 14 nicht entwaffnete, nach wie vor präsente Milizen, warnte er. «Wenn da irgendjemand der möglichen Wahlverlierer die Lunte an das Pulverfass hält, dann sieht es für die betroffenen Soldaten nicht sehr angenehm aus.» (nz)