netzeitung.deBundeswehrverband kritisiert Auslandseinsätze

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Verbandschef Bernhard Gertz (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Verbandschef Bernhard Gertz
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Das Konzept für den internationalen Einsatz in Afghanistan sei nicht schlüssig, moniert der Bundeswehrverband. Er bekräftigte zudem seine Kritik an dem geplanten Kongoeinsatz.

Heftige Kritik am Afghanistan-Einsatz der westlichen Staatengemeinschaft hat der Bundeswehrverband nach den jüngsten Unruhen in Kabul geäußert.

Verbandschef Bernhard Gertz sagte der «Leipziger Volkszeitung», der Einsatz in Afghanistan «basiert nicht auf einem wirklich schlüssigen Konzept. Die Aufgabenverteilung zwischen den Nationen funktioniert nicht richtig. Notwendige Aufgaben, wie die Drogenbekämpfung, werden eher links liegen gelassen. Insgesamt verfehlen wir das Ziel, die Lebensverhältnisse der Menschen zu verbessern.»

Die Bundeswehr übernimmt am Donnerstag das Kommando über die Internationale Schutztruppe Isaf in ganz Nordafghanistan. In der «Passauer Neuen Presse» kritisierte Gertz: «Der Aufbau der Polizeikräfte dauert viel zu lange.» Alle Beteiligten müssten effektiver arbeiten, sonst könne sich der jahrelange Einsatz der Soldaten eines Tages als vergebens erweisen. «Wir müssen hier noch stärker mit Soldaten und Polizei Präsenz zeigen. Dieser Kelch wird an Deutschland nicht vorübergehen.»

Kongo-Einsatz «politischer Showbusiness»
Zu dem umstrittenen Kongo-Einsatz der Bundeswehr sagte Gertz erneut, es handele sich um «politischen Showbusiness mit militärischen Mitteln». Es gebe eine europäische Afrikastrategie. «Sie wird nur nicht konsequent umgesetzt. Wir erzählen unseren Bürgern und den Menschen im Kongo, wir kämen besuchsweise für vier Monate, machen uns dann wieder aus dem Staub und trotzdem sei alles gut», so der Chef des Bundeswehrverbands. Dabei müsste der Kongo als zentraler Ankerpunkt für eine Stabilisierung Afrikas genutzt werden.

«Die Durchführung eines Wahlgangs macht aus dem Milliardär Kabila noch keinen Demokraten», so Gertz. «Wir setzen unsere Soldaten einem Risiko aus, können ihnen aber nicht glaubwürdig vermitteln, dass der Einsatz Sinn macht.» (nz)