19. Mai 2006 21:16
Erstmals hat sich Kanzlerin Merkel zur Debatte über einen Bundeswehreinsatz im Innern geäußert. Indirekt sprach sie sich dafür aus und forderte, über den Auftrag der Armee neu nachzudenken.
Angesichts des internationalen Terrorismus verwischten sich die Unterschiede zwischen innerer und äußerer Sicherheit, sagte sie. Deshalb müsse über den Auftrag der Bundeswehr neu nachgedacht werden. Indes sei bei der SPD inzwischen von «neuer Mitte» keine Rede mehr, sagte die Bundeskanzlerin vor über 2000 CDU-Mitgliedern. Die Union habe einen anderen und viel weiter gehenden Anspruch. «Wir sind die Volkspartei für ein ganzes Land, wir sind die Volkspartei der Mitte», betonte Merkel. Klassenkampf sei der Union fremd. «Wirtschaftliche Dynamik schaffen, aber die Menschen mitnehmen, das kann nur eine Volkspartei», sagte Merkel.
Merkel verteidigte zugleich die vom Bundestag beschlossene Erhöhung der Mehrwertsteuer um drei Prozentpunkte. «Ich weiß, was das für viele Menschen bedeutet», sagte sie. Die Bundesregierung stehe aber «vor unglaublich schwierigen Entscheidungen». Elf Bundesländer und der Bund hätten keinen verfassungsmäßigen Haushalt. «Das ist kein gesamtwirtschaftliches Gleichgewicht. Da müssen wir aber wieder hin», fügte sie hinzu.