01. Mai 2006 15:49, ergänzt 22:54
Mit Gewalt haben linke Demonstranten gegen Umzüge von Neonazis in Leipzig und Rostock protestiert. Auch bei einer 1.-Mai-Demo in Berlin wurden Flaschen und Steine gegen Polizisten geworfen.
Nach Angaben der Polizei blockierten etwa 500 Menschen die Marschroute der Aufmärsche von Rechtsextremisten um Christian Worch und Steffen Hupka mit insgesamt etwa 550 Teilnehmern. Als die Polizei die beiden Lager auseinander drängte, gab es Verletzte. Mehr als 2000 Beamte aus mehreren Bundesländern waren im Einsatz.Bei Ausschreitungen während Protesten gegen eine Neonazi-Demo in Rostock wurden unterdessen rund 40 gewaltbereite Linke festgenommen. Auch dort flogen Steine und Flaschen, insgesamt blieb die Lage aber weitgehend friedlich. In Rostock standen etwa 1200 Anhängern der rechtsextremen NPD rund 5000 Gegendemonstranten gegenüber.
Grünen-Chefin Claudia Roth, warnte davor, den Rechtsradikalismus als rein ostdeutsches Phänomen zu betrachten. «Wer das Problem auf den Osten reduziert, unterschlägt, dass die führenden Köpfe - etwa der NPD im sächsischen Landtag - aus dem Westen kommen», sagte Roth in einem vorab veröffentlichten Interview der Zeitschrift «Super Illu». Gleichzeitig sprach sie sich gegen schärfere Gesetze im Kampf gegen den Rechtsradikalismus aus.