Heimat Hamburg zielt auf CDU-Wähler
Der Hamburger Bürgermeister Ole von Beust hatte den Senator im Zusammenhang mit der so genannten Protokollaffäre im März entlassen. Kusch war daraufhin aus der CDU ausgetreten. Weil die Christdemokraten «an den linken Rand gerutscht» seien, habe ein Viertel bis ein Drittel der Hamburger keine politische Heimat mehr. Dieses Defizit wolle er ausgleichen, sagte Kusch.
Schon mehrfach hatten Parteigründungen in den vergangenen Jahren in Hamburg für Aufsehen gesorgt. Im Jahr 2000 gründete der umstrittene Amtsrichter Ronald Schill die Partei Rechtstaatlicher Offensive (PRO). Er zog im Jahr darauf mit fast 20 Prozent in die Bürgerschaft ein und bildete mit CDU und FDP den Senat. 2003 zerbrach die Koalition. Bei den Neuwahlen schaffte es die Gruppierung nicht mehr in die Bürgerschaft. Vor einem Jahr löste sich die PRO auch formal auf.
1993 hatte sich die Stattpartei gegründet, eine CDU-Abspaltung. Auch sie hatte es beim ersten Versuch mit 5,6 Prozent in die Bürgerschaft geschafft und bis 1997 mit der SPD regiert. (nz)

