01.05.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Sicherheitsvorkehrungen: Taschenkontrolle in Berlin
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Abgesehen von einigen Rangeleien ist die Nacht zum 1. Mai in Berlin entgegen den Befürchtungen friedlich verlaufen. Die Polizei hofft, dass auch am Feiertag Krawalle ausbleiben.
In Berlin sind die traditionellen Walpurgisfeiern am Vorabend des 1. Mai seit Jahren erstmals weitgehend friedlich verlaufen. 2000 Polizisten waren im Einsatz. Ein Polizeisprecher sagte in den frühen Morgenstunden, die Lust am Krawall sei zurückgegangen. Die Chancen für einen weitgehend friedlichen 1. Mai seien gestiegen.
Bis kurz nach Mitternacht wurden 35 Menschen festgenommen, unter anderem wegen Drogen- und Waffenbesitzes. Nur am Boxhagener Platz im Stadtteil Friedrichshain war es zu vorgerückter Stunde immer wieder zu kleineren Rangeleien und einzelnen Flaschenwürfen in der zum Teil stark angetrunkenen Menge gekommen.
Für Montagnachmittag sind in Kreuzberg die traditionellen Demonstrationen linker Gruppen angemeldet. Linksradikale und autonome Gruppen planen zudem, das von den Anwohnern organisierte «Myfest» rund um den Marianneplatz zu stören. Mit dem Fest versuchen die Anwohner seit einigen Jahren, der jährlichen Verwüstung ihres Kiezes etwas entgegenzusetzen.
5500 Polizisten im EinsatzDie Polizei will mit 5500 Polizisten im Einsatz sein, um Ausschreitungen zu verhindern. Das sind etwa 600 weniger als im Vorjahr. Es wird allerdings damit gerechnet, dass ein Teil der linken Szene nach Rostock und Leipzig reist, um gegen die dortigen Aufmärsche der rechtsextremen NPD zu demonstrieren.
Im vergangenen Jahr waren die Feiern zum 1. Mai in Kreuzberg nach Einschätzung der Polizei so friedlich wie seit den Anfängen 1987 nicht mehr. Politik spielt bei den Krawallen allerdings kaum noch eine Rolle. (nz)