netzeitung.deHintergrund: Rechtsextremismus in Brandenburg

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Der fremdenfeindliche Mordversuch in Potsdam, bei dem ein 37-jähriger gebürtiger Äthiopier lebensgefährlich verletzt wurde, ist kein Einzelfall. In den vergangenen 16 Jahren kam es in Brandenburg mehrfach zu Übergriffen auf Ausländer.

Seit seiner Neugründung 1990 hat das Land Brandenburg immer wieder mit dem Problem rechtsextremistischer Gewalttaten zu tun. Mehrere Fälle machten überregional Schlagzeilen. Allein im vergangenen Jahr verzeichnete das Potsdamer Innenministerium 97 solcher Gewalttaten. Dabei waren 108 Menschen aus 16 Nationen betroffen, davon knapp 68 Prozent mit deutschem Pass. 31 der Fälle hatten fremdenfeindliche und 8 antisemitische Motive.

Einige der folgenschwersten Fälle der vergangenen 16 Jahre:

November 1990: Skinheads machen in Eberswalde (Barnim) Jagd auf Ausländer. Dabei wird der Angolaner Antonio Amadeo erschlagen.

Juni 1996: Bei einer Verfolgungsjagd durch rechte Jugendliche in Mahlow (Teltow-Fläming) kommt der britische Bauarbeiter Noel Martin mit dem Auto von der Straße ab und fährt gegen einen Baum. Er ist seither querschnittsgelähmt.

Juli 1998: Ein 53-jähriger Mann aus Gambia wird von Rechtsradikalen in Bernau (Barnim) überfallen und schwer verletzt.

August 1998: Bei einem Dorffest in Dedelow (Uckermark) erleidet ein 29-jähriger Italiener durch Tritte mit Stahlkappenschuhen lebensgefährliche Verletzungen.

Februar 1999: Der 28-jährige Asylbewerber Farid Guendoul alias Omar Ben Noui aus Algerien verblutet in Guben (Spree-Neiße) nach einer Hetzjagd, die rechte Jugendliche auf ihn machen.

Auch im laufenden Jahr kam es bereits wieder zu fremdenfeindlichen Übergriffen. So schlugen im März unbekannte Täter in Cottbus auf einen Mazedonier und spanische Studenten ein. Der Mazedonier musste daraufhin operiert werden. Zuvor hatten vermutlich Rechtsextremisten in Rheinsberg (Ostprignitz-Ruppin) mehrere Geschäfte von Ausländern demoliert. (dpa)