Hintergrund: Rechtsextremismus in Brandenburg
17.04.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Einige der folgenschwersten Fälle der vergangenen 16 Jahre:
November 1990: Skinheads machen in Eberswalde (Barnim) Jagd auf Ausländer. Dabei wird der Angolaner Antonio Amadeo erschlagen.
Juni 1996: Bei einer Verfolgungsjagd durch rechte Jugendliche in Mahlow (Teltow-Fläming) kommt der britische Bauarbeiter Noel Martin mit dem Auto von der Straße ab und fährt gegen einen Baum. Er ist seither querschnittsgelähmt.
Juli 1998: Ein 53-jähriger Mann aus Gambia wird von Rechtsradikalen in Bernau (Barnim) überfallen und schwer verletzt.
August 1998: Bei einem Dorffest in Dedelow (Uckermark) erleidet ein 29-jähriger Italiener durch Tritte mit Stahlkappenschuhen lebensgefährliche Verletzungen.
Februar 1999: Der 28-jährige Asylbewerber Farid Guendoul alias Omar Ben Noui aus Algerien verblutet in Guben (Spree-Neiße) nach einer Hetzjagd, die rechte Jugendliche auf ihn machen.
Auch im laufenden Jahr kam es bereits wieder zu fremdenfeindlichen Übergriffen. So schlugen im März unbekannte Täter in Cottbus auf einen Mazedonier und spanische Studenten ein. Der Mazedonier musste daraufhin operiert werden. Zuvor hatten vermutlich Rechtsextremisten in Rheinsberg (Ostprignitz-Ruppin) mehrere Geschäfte von Ausländern demoliert. (dpa)

