netzeitung.deLeiter der Rütli-Schule relativiert Protestbrief

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Schüler der Rütli-Schule in Berlin (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Schüler der Rütli-Schule in Berlin
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Der neue kommissarische Leiter der Rütli-Hauptschule in Berlin sieht in dem Protestbrief seines Lehrerkollegiums einen Hilferuf. Begriffe wie Hass-Schule bezeichnete er aber als unzutreffend.

Der neue kommissarische Leiter der Rütli-Hauptschule in Berlin-Neukölln hat den spektakulären Protestbrief des Lehrerkollegiums über die Gewalteskalation an der Schule relativiert. «Schlagworte wie Hass-Schule sind absolut unzutreffend», betonte Helmut Hochschild am Dienstag auf einer Pressekonferenz. Das Kollegium habe um Hilfe gerufen, weil es sich angesichts der wachsenden Probleme nicht genügend unterstützt gefühlt habe. Gleichwohl handele es sich durchaus um ein geordnetes Schulhaus.

Zwar seien die Kollegen «in Einzelfällen überfordert». Darstellungen, wonach jeder Lehrer ein Handy im Klassenzimmer dabei habe, um im Notfall Hilfe holen zu können, seien aber übertrieben. Inzwischen seien auch aus der Schülerschaft Vorschläge gekommen, wie sich die Situation verbessern lasse, sagte Hochschild, der seit 13 Jahren als Schulleiter in Berlin arbeitet und nun bis zu den Sommerferien die Rütli-Schule führen soll.

Eine Vertreterin der Schülerschaft betonte: «In jeder Schule gibt es Gewalt, nicht nur an der Rütli-Schule.» Die Darstellung der Lehrer in dem Brandbrief an die Schulverwaltung sei zwar richtig, die Situation aber keine Ausnahme. Viele Medienberichte seien übertrieben. Inzwischen würden Schüler der Rütli-Schule von Medienvertretern schon mit Geld geködert, um über Drogen oder Gewalt zu berichten.

Dies müsse aufhören. Der Brandbrief der Lehrerschaft hatte vergangenen Woche bundesweit eine Debatte über Gewalt an Schulen entfacht. In dem Schreiben hatte das Kollegium sich außer Stande erklärt, das Gewaltproblem an der Neuköllner Schule zu lösen, an der mehr als 80 Prozent der 224 Schüler einen Migranten-Hintergrund haben. (nz)