25.03.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Murat Kurnaz.
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Die USA wollten den in Guantánamo inhaftierten Bremer Murat Kurnaz einem Bericht zufolge schon 2002 freilassen. Der damalige BND-Chef Hanning soll die Rückführung aber blockiert haben.
Einem Bericht zufolge haben deutsche Stellen verhindert, dass der im US-Militärgefängnis Guantánamo einsitzende «Bremer Taliban» Murat Kurnaz bereits 2002 freigelassen wird. Die Behörden hätten seine Rückführung blockiert, berichtet das Magazin «Der Spiegel».
Aus Geheimdienst-Unterlagen gehe hervor, dass der amerikanische Geheimdienst CIA und der Bundesnachrichtendienst (BND) schon im Jahr 2002 zu der Erkenntnis gelangt seien, dass der aus Bremen stammende Türke nicht in Terrorakte verwickelt sei. Der als «Bremer Taliban» bekannt gewordene Mann war nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 in Pakistan festgenommen und Anfang 2002 in das US-Lager Guantánamo auf Kuba gebracht worden.
Zur falschen Zeit am falschen OrtKurnaz sei lediglich «zur falschen Zeit am falschen Ort» gewesen, heißt es laut dem Magazin in einem BND-Bericht ans Kanzleramt aus dieser Zeit. Er habe «nichts mit Terrorismus, geschweige denn mit Al-Qaeda» zu tun gehabt.
Bereits für November 2002 hätten US-Behörden seine Rückführung nach Deutschland daher in Aussicht gestellt. Der damalige BND-Chef August Hanning, heute Staatssekretär im Innenministerium, habe aber massiv dagegen interveniert. Das Bundesamt für Verfassungsschutz habe der CIA mitgeteilt, dass «aus deutscher Sicht» der Wunsch bestehe, Kurnaz möge nach einer eventuellen Freilassung «nicht nach Deutschland» zurückkehren. Derzeit verhandeln US- und Bundesregierung über die Entlassung des 23-Jährigen aus Guantánamo. (nz)