CSUler: Abtreibung schuld an Kindermangel
SPD-Fraktionschef Peter Struck plädierte indessen in der Debatte über die Förderung von Kindern die regelmäßige Kindergelderhöhung aussetzen, um damit kostenfreie Kindergartenplätze zu finanzieren. «Wir sollten darüber reden, ob wir statt weiterer Kindergelderhöhungen die Betreuung von Kindern fördern sollten», sagte Struck der «tageszeitung» (taz). Die regelmäßige Kindergelderhöhung koste den Staat 1,2 Milliarden Euro. «Das kann man doch für kostenfreie Kindergärten und Betreuungsplätze verwenden. Es müsse möglich sein, von den 100 Milliarden Euro, die jedes Jahr für Kinder und Familie ausgegeben würden, einen kleinen Teil abzuzweigen.
Die Vizepräsidentin des Bundestages, Katrin Göring-Eckardt (Grüne) kritisierte in einem Beitrag für den »Tagesspiegel« das »Lamento über karrieresüchtige junge Menschen im gebärfähigen Alter«. Statt mit der Moralkeule zu drohen, sollten die praktischen Probleme beseitigt werden, verlangte sie. »Kinder bekommt man aus einem schwer bestimmbaren individuellen Gefühl heraus - nicht für ein moralisches Über-Ich, auch nicht aus Verantwortung für die Wirtschaft.«
Unions-Fraktionschef Volker Kauder hatte eine Kürzung des Kindergeldes am Donnerstag kategorisch ausgeschlossen. Auch der Kinderschutzbund und der Paritätische Wohlfahrtsverband wiesen am Donnerstag den Vorstoß von Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) als untauglich zurück.
Steinbrück hatte eine Kürzung des Kindergeldes um vier bis sechs Euro angeregt, um gebührenfreie Kindergartenplätze zu ermöglichen. (nz)

