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Lehrer: Einbürgerungstest zu schwer für Schüler

20. Mrz 2006 14:37
Lehrerverbandspräsident Kraus
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Die Hälfte aller Real- und Hauptschüler dürften nach Ansicht des Deutschen Lehrerverbands durch den von Hessen geplanten Einbürgerungstest fallen. Zur Allgemeinbildung gehöre das abgefragte Wissen keineswegs.

Der von Hessen geplant Einbürgerungstest ist nach Ansicht des Deutschen Lehrerverbandes (DL) selbst für Deutsche eine Hürde. «Der Test erfordert ein Wissensniveau, das bei einem nennenswerten Teil der Schüler nicht erreicht wird», sagte DL-Präsident, Josef Kraus, der Netzeitung. Bei der Frage nach dem Ende der ersten Deutschen Republik sei von Abiturienten eine Antwort zu erwarten, von den restlichen Schülern «wird das die Hälfte nicht wissen». Kraus bezeichnete den Test insgesamt als «recht anspruchsvoll». Er würde sich wünschen, «dass alle Schulabgänger diesen Test beantworten könnten».

Mehr in der Netzeitung:
Mit dem hessischen Fragenkatalog sollen Mitarbeiter der Behörden die Kenntnisse der Einbürgerungswilligen überprüfen. Genau 100 Fragen widmen sich den Deutschen, ihrer Geschichte, der Staats- und Rechtsordnung, Parteien, Regierung und Streitkräften, Kultur, Wissenschaft und den Nationalsymbolen. Der überwiegende Teil der abgefragten Kenntnisse werde in deutschen Lehrplänen vermittelt, sagte Kraus.

Spracherwerb wichtiger

Die Kenntnisse könnten jedoch nicht absolut als Allgemeinbildung betrachtet werden, denn es sei «nicht sicher, ob jeder dieses Wissen ins Erwachsenenleben mitgenommen hat».

Mehr im Internet: Der Fragenkatalog
Der Test wird indessen innerhalb der Union bereits als Vorbild für Prüfungen in anderen Ländern betrachtet. So betonte Brandenburgs CDU-Generalsekretär Sven Petke die Notwendigkeit eines strengen Einbürgerungstests in allen Bundesländern und bezeichnete den hessischen Fragenkatalog als «absolut geeignet», die Grundhaltung der Bewerber zu überprüfen.

Die Grünen bezeichneten die Debatte über den Einbürgerungstest als «Ausgrenzungs- und Entmutigung» für Zuwanderer. Wichtiger sei, Spracherwerb und die Vermittlung unserer Kultur und Werteordnung, sagte Grünen-Fraktionsgeschäftsführer Volker Beck.

 
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