17.03.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Dieter Wiefelspütz
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
SPD-Innenexperte Wiefelspütz warnt: Aus der Einbürgerung dürfe keine «Führerscheinprüfung» gemacht werden. Die bisherigen Fragebögen der Unions-Länder seien «peinlich und peinigend».
Der innenpolitische Sprecher der SPD-Fraktion im Bundestag, Dieter Wiefelspütz, hat die von der Union angestrebten bundeseinheitlichen Einbürgerungstests abgelehnt. «Wir sollten aus der Einbürgerung keine Führerscheinprüfung machen. Die Fragebogen sind kleinkariert, peinlich und peinigend», sagte Wiefelspütz der Zeitung «Die Welt». Nötig sei vielmehr eine «Kultur der Einbürgerung». Die Bundesländer müssten lange in Deutschland lebenden ausländischen Mitbürgern eine «einladende Hand» reichen.
«Einbürgerung darf kein bürokratisch kaltes Projekt werden», sagte Wiefelspütz. Ein paar Länder verhielten sich «sehr deutsch und leider auch übereifrig». Tests wie in Hessen und Baden-Württemberg sollten rasch zu den Akten gelegt werden. «Wir brauchen intelligentere und menschenfreundlichere Konzepte für die Einbürgerung», sagte der SPD- Bundestagsabgeordnete. Denn schon relativ viele «Geburtsdeutsche» seien nicht in der Lage, die in den Tests gestellten Fragen richtig zu beantworten.
Laut Bundesinnenministerium sind die Einbürgerungszahlen seit dem Jahr 2000 stetig zurückgegangen. Während damals noch 186.688 Ausländer eingebürgert wurden, waren es im Jahr 2004 lediglich 127.153. (nz)