Actionfilm «Tal der Wölfe» entzweit Union
20.02.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Der Film habe zwar keinen guten Einfluss auf türkische Jugendliche in Deutschland. Aber auch viele Hollywood-Filme würden mit platten Feindbildern arbeiten, so Arslan. Wie in solchen Fällen habe auch jetzt die Meinungsfreiheit Vorrang. Ströbele sagte dem Blatt: «Das mag ein unerfreulicher Film sein. Aber für irgendwelche Maßnahmen sehe ich überhaupt keinen Anlass.»
Der kultur- und medienpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Wolfgang Börnsen, sagte: «Filme, die Hass säen, bei Heranwachsenden zur Rache aufrufen, gegen Glaubensgemeinschaften undifferenziert Front machen, die Werte anderer Kulturen herabsetzen und blanke Gewalt predigen, haben im Kino nichts verloren». Er appellierte ebenfalls an die Kinobetreiber und kritisierte die Entscheidung der Freiwilligen Film-Selbstkontrolle, den Film ab 16 Jahren freizugeben. «Falls die Rechtslage keinen Ausstieg mehr möglich macht, wäre ein solcher Film nur mit einem kritischen Begleitkommentar vertretbar», so Börnsen.
Der nordrhein-westfälische Jugendminister Armin Laschet (CDU) nannte den Streifen jugendgefährdend und «sozial desorientierend». Der Film könne dazu beitragen, den Dialog der Kulturen zu zerstören und den Konflikt zwischen den Religionen zu schüren. Er zeichne sich auch durch einen latenten und unverhohlenen Antisemitismus aus.
Die FSK hatte dem Werk zuerst eine ideologische Tendenz bescheinigt, die 16-Jährige überfordern könne. Deshalb gab sie ihn zunächst erst ab 18 frei. Der Verleih focht das aber erfolgreich an, und der Film wurde ab schon 16 freigegeben. Der Appellationsausschuss ist die letzte Instanz der FSK. Nach Auskunft der Organisation muss er binnen eines Monats entscheiden.
Der Film wird in Deutschland bislang nur in türkischer Sprache mit deutschen Untertiteln gezeigt. Er läuft laut «Maxximum Film» in 65 Kopien vor allem in den großen Multiplex-Kinos. Eine deutsche Synchronfassung sei für März «angedacht», hieß es. Der Film ist auch in anderen Ländern wie Österreich, Belgien, den Niederlanden, Dänemark, England und der Schweiz zu sehen. Dort blieben Proteste wie in Deutschland aber bislang aus. (nz)

