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«Hass-Film»: Stoiber will kein «Tal der Wölfe»

19. Feb 2006 12:50, ergänzt 14:06
Edmund Stoiber
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Für CSU-Chef Stoiber ist der türkische Film «Tal der Wölfe» unverantwortlich «rassistisch und antiwestlich». Er müsse abgesetzt werden. Ähnlich argumentiert der Zentralrat der Juden.

CSU-Chef Edmund Stoiber hat gefordert, dass der türkische Film «Tal der Wölfe» in Deutschland nicht mehr gezeigt werden solle. «Dieser unverantwortliche Film fördert nicht die Integration, sondern sät Hass und Misstrauen gegen den Westen», sagte der bayerische Ministerpräsident laut «Bild am Sonntag». «Tal der Wölfe» spielt während des Irak-Kriegs uns zeigt eine andere Sicht als die der US-Besatzer.

Der Film wolle zu einem Kampf der Kulturen führen und spiele den Radikalen in die Hände, vermutet Stoiber «Ich fordere die Kinobetreiber in Deutschland auf, diesen rassistischen und antiwestlichen Hass-Film sofort abzusetzen.»

Kritiker werfen dem Actionfilm, in dem ein türkischer Geheimdienstheld im Irak gegen die Amerikaner kämpft, eine extrem einseitige und antiwestliche Darstellung des Irak-Kriegs vor. Er beginnt mit der Schilderung einer wahren Begebenheit aus dem Irak-Krieg, als US-Soldaten im Nordirak türkische Militärposten verhaften und ihnen Säcke über den Kopf stülpen, was in der Türkei für große Empörung sorgte.

Die Kritik an dem Film entzündet sich vor allem daran, dass der Westen, Christen und Juden als Feindbild der islamischen Welt dargestellt würden. So entnehme in einer Filmszene ein jüdischer Arzt irakischen Gefangenen Organe, die für den Export in die USA, nach Großbritannien und Israel bestimmt seien.

Stoiber forderte die Türkei zu einer klaren Stellungnahme auf: «Nach der positiven mäßigenden Rolle der türkischen Regierung zu den Mohammed-Karikaturen wäre auch jetzt zu diesem antiwestlichen Hass-Film ein klares Wort notwendig. Ziel dieser üblen Stimmungsmache sind auch die Kultur und die Werte Europas, und hier sollte der EU-Kandidat Türkei klar Position beziehen.»

Zentralrat appelliert

Auch der Zentralrat der Juden in Deutschland appellierte an alle Kinobesitzer, den Film sofort abzusetzen. Wer den Film zeige, unterstütze den Hass auf jüdische Menschen, wird Zentralrats- Vizepräsidentin Charlotte Knobloch in der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» zitiert. Nach einem Bericht der Zeitung «Münchner Merkur» hatte der Film in einem Münchner Kino Applaus für besonders brutale Filmszenen erhalten.

Für Jubel bei den überwiegend jugendlichen türkisch- stämmigen Besuchern habe insbesondere eine Szene gesorgt, in der ein Amerikaner mit einem Krummdolch ermordet wird. Dem Zeitungsbericht zufolge riet die US-Kommandatur in Europa ihren Streitkräften, sich von Kinos fern zu halten, in denen der Film gezeigt wird. (nz)

 
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