15. Feb 2006 12:13
Die FDP will nach der Karlsruher Entscheidung zum Luftsicherheitsgesetz eine etwaige Grundgesetzänderung nicht mittragen. Anstelle von Bundeswehreinsätzen im Inland sollten Bund und Länder die Polizei stärken.
Nicht nur der frühere SPD-Innenminister Otto Schily, selbst die auch nach dem Regierungswechsel weiter als Justizministerin tätige Brigitte Zypries (SPD) hätten bei der Verabschiedung des Luftsicherheitsgesetzes ihre Verantwortung als Verfassungsminister nicht wahrgenommen, kritisierte die FDP-Politikerin. «Es ist die Crux, dass die Regierung mit ihren Verfassungsministern ihre Aufgaben nicht wahrnimmt.»Das Bundesverfassungsgericht hatte am Mittwoch das unter der rot-grünen Koalition verabschiedete Luftsicherheitsgesetz für grundgesetzwidrig erklärt. Es erlaubte den Abschuss gekaperter Flugzeuge, wenn dadurch der Tod von noch mehr Menschen vermieden werden kann. Das Leben der Flugpassagiere dürfe nicht gegen das Leben anderer Menschen abgewogen werden, begründete das Gericht sein Urteil.
Gegen das Gesetz geklagt hatten mehrere Vielflieger. Von dem Urteil erhoffte sich die Politik auch Klarheit über die Zulässigkeit des Einsatzes der Bundeswehr im Inland für polizeiliche Aufgaben. Bisher darf das Militär nur im Katastrophen- oder Unglücksfall im Inland helfen oder etwa im Rahmen so genannter Amtshilfe Sanitätsdienste leisten.