Auch militärische Aufklärung durch BND in Irak
14. Jan 2006 11:43
 |  Aufräumarbeiten in Bagdad nach dem Angriff vom 7. April 2003 | Foto: dpa |
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Der Bundesnachrichtendienst soll im Irak-Krieg nicht nur Informationen an die USA geliefert haben, bei denen es um den Schutz von Einrichtungen ging. Einem Medienbericht zufolge wurden auch Verteidigungsstellungen verraten.
Der Bundesnachrichtendienst (BND) soll den US-Truppen im Irak-Krieg nun doch militärisch verwendbare Daten geliefert haben. Wie das Nachrichtenmagazin «Der Spiegel» – allerdings ohne Angaben von Quellen - berichtet, seien etwa Informationen über Truppenbewegungen in Bagdad und die Position von Verteidigungsstellungen weitergegeben worden.Der BND hatte bisher lediglich bestätigt, dass die Beamten Koordinaten von Einrichtungen weitergegeben hätten, die nicht bombardiert werden sollten wie zum Beispiel Krankenhäuser und Botschaften.
Aufklärungswünsche erfüllt
Amerikanische Geheimdienstler hätten in der BND-Zentrale unablässig auf Zugang zu den als höchst nützlich betrachteten Daten gedrungen, schreibt das Magazin. Im Gegenzug hätten die US-Geheimdienste dem BND Informationen über den Kriegsverlauf übermittelt, die der deutsche Auslandsgeheimdienst für seine Lageberichte an die Bundesregierung genutzt habe.Zumindest in Einzelfällen sollen die USA auch Aufklärungswünsche an die BND-Agenten in Bagdad übermittelt haben: So interessierte sich die US-Armee für den Zustand der angeblich mit Benzin gefüllten Gräben rund um Bagdad. Ehemalige US-Militärs bestreiten allerdings, dass der BND die Zielplanung «direkt unterstützt» habe, wie es vergangene Woche das ARD-Magazin «Panorama» berichtet hatte. Die Deutschen hätten oftmals überhaupt nicht gewusst, wofür ihre Informationen im Einzelnen genutzt wurden, schreibt «Der Spiegel».
BND am Tatort in Bagdad
Das Magazin berichtet zudem, der BND habe inzwischen eine Fahrt am Nachmittag des 7. April in den Bagdader Stadtteil Mansur bestätigt. Allerdings seien die Beamten erst nach dem Angriff der US-
Luftwaffe auf einen vermeintlichen Aufenthaltsort Saddam Husseins dorthin gekommen. Sie seien alarmiert worden, weil bei dem Luftangriff auch die Unterkunft des früheren BND-Residenten
beschädigt worden war. Es seien keine «Zieldaten» an die Amerikaner weitergeleitet worden.«Panorama» hatte die Aussage eines ehemaligen Mitarbeiters des US-Verteidigungsministeriums wiedergegeben, wonach die BND-Agenten den Ort, an dem Hussein vermutet worden war, auf CIA-Anfrage hin ausspioniert hatten. (nz)