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Berlin-FDP: Kritik an WM-Stadien «überzogen»

10. Jan 2006 14:30
Berliner Olympiastadion
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Nach Auffassung des Berliner FDP-Fraktionschefs Lindner weist das Olympiastadion in der Hauptstadt «keine erhebliche Mängel» auf. Vieles an der Studie der Stiftung Warentest scheine «sehr pingelig zu sein».

Thema: Mängel-Studie zu WM-Stadien
Die Hauptstadt-FDP hat scharfe Kritik an der Studie der Stiftung Warentest zu den zwölf Stadien der Fußball- Weltmeisterschaft geäußert. «Man darf nicht alles auf die Goldwaage legen, was die Stiftung Warentest kritisiert», sagte der Vorsitzende der Liberalen im Berliner Abgeordnetenhaus, Martin Lindner, der Netzeitung. «Vieles scheint mir sehr pingelig zu sein.»

Lindner hält vor allem die Untersuchung im Hinblick auf das Berliner Olympiastadion für «völlig überzogen». Es gebe «keine erheblichen Mängel», wie von der Stiftung behauptet, sagte er.

«Scherbengericht»

Dem Olympiastadion, in dem am 9. Juli das Finale stattfinden soll, werden laut Untersuchung «erhebliche» Bau-Mängel attestiert, weil die Zuschauer wegen fehlender Fluchttore im Notfall nicht auf das Spielfeld laufen können. Geblieben sei zudem ein drei Meter tiefer unüberwindbarer Graben zwischen Zuschauerraum und Spielfeld.

Martin Lindner
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Lindner räumte zwar ein, dies dies eine «gravierende Sache» sei, die man «ernst nehmen» müsse. Es handele sich hier aber nicht um einen Baumangel, betonte der FDP-Fraktionschef. Der Graben sei vielmehr «historisches Erbe». Das müsse man berücksichtigen «bevor das Scherbengericht zu groß wird».

Logen nachrüsten

Auch die in der Studie als zu hoch kritisierten Stufen in den Oberrängen sind nach Lindners Angaben auf die «historische Situation» des Stadions zurückzuführen. «Historische Gebäude sind nun mal nicht nach DIN-Norm und nicht nach den Vorstellungen der Stiftung Warentest oder des TÜVs gebaut worden», sagte er. Das müsse bei jeder angebrachten Kritik beachtet werden, «sonst müsste man alle historischen Gebäude abreißen oder für die Öffentlichkeit sperren».

Ungeachtet dessen gibt es laut Lindner «ein paar Sachen», die von der Stiftung zu Recht kritisiert worden sind - «da muss man nachsetzen». Dies betreffe vor allem den Brandbereich. Die Logen könne man mit zusätzlichen Sprenkleranlagen nachrüsten, sagte er. Der Fluchtgraben könne aber nur mit einem «gigantischen Aufwand» überwindbar gemacht werden.

 
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