SPD verlangt von Schäuble Koalitionstreue
05.01.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Innenminister Wolfgang Schäuble (CDU) verteidigt dagegen sein Ansinnen seit Monaten gegen vehemente Kritik. Er will Soldaten - etwa zum Schutz von Gebäuden - auch während der Fußball-WM einsetzen. Die kann jedoch - zumindest nicht von vornherein - als Katastrophe oder Unglücksfall angesehen werden. SPD-Vertreter bezeichneten den Plan als «abwegig», selbst CDU-Verteidigungsminister Franz Josef Jung ist dagegen.
In der Debatte über den Einsatz von Soldaten zu Lande warf der SPD-Innenexperte Sebastian Edathy Schäuble und dem bayerischen Innenminister Günther Beckstein (CSU) vor, zur Fußball-WM unbegründete «Schreckensszenarien» an die Wand zu malen. Zum Schutz der WM reichten die 16 Länderpolizeien, die Bundespolizei, das Technische Hilfswerk und die vom Deutschen Fußball-Bund beauftragten privaten Sicherheitsdienste aus.
Schäuble fordert seit langem eine Verfassungsänderung, um die Bundeswehr für den Objektschutz im Inland einsetzen zu können. Union und SPD hatten während der Koalitionsverhandlungen jedoch vereinbart, die Aufgaben von Polizei und Militär weiter getrennt zu halten. Einzige Ausnahme sollte ein Terrorfall zu See oder in der Luft sein, wo die Bundeswehr eingreifen können sollte. Dazu hatte die abgewählte rot-grüne Regierung Luftsicherheitsgesetz verabschiedet. Über dessen Zulässigkeit wird demnächst vom Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe entschieden.
Wie die Tageszeitung «Die Welt» berichtet, hat Schäuble die Awacs-Aufklärungsflugzeuge unterdessen beim Bundesverteidigungsminister angefragt. Das stehe in einem Schreiben an Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU), der in Kürze darüber entscheiden wolle. Sprecher beider Ministerien hätten bestätigt, dass die Anforderung derzeit bearbeitet werde, heißt es. Die unter Nato-Kommando stehenden Awacs-Maschinen müssen beim Militärausschuss in Brüssel beantragt werden. Die Maschinen, in denen auch Soldaten der Bundeswehr mitfliegen, sollen den Luftraum über den Stadien kontrollieren und somit beabsichtigte Terroranschläge erkennen.(nz)

