Edathy, auch Vorsitzender des Innenausschusses im Bundestag, rief Schäuble zur Mäßigung innerhalb der Koalition auf. Die Union verhalte sich bisher «nicht sehr partnerschaftlich», sagte Edathy. «Das belastet natürlich das Koalitionsklima.» Schäuble solle auf «koalitionswidrige Vorschläge» verzichten.Schäuble fordert seit langem eine Verfassungsänderung, um die Bundeswehr für den Objektschutz im Inland einsetzen zu können. Union und SPD hatten während der Koalitionsverhandlungen jedoch vereinbart, die Aufgaben von Polizei und Militär weiter getrennt zu halten. Einzige Ausnahme sollte ein Terrorfall zu See oder in der Luft sein, wo die Bundeswehr eingreifen können sollte. Dazu hatte die abgewählte rot-grüne Regierung Luftsicherheitsgesetz verabschiedet. Über dessen Zulässigkeit wird demnächst vom Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe entschieden.
Wie die Tageszeitung «Die Welt» berichtet, hat Schäuble die Awacs-Aufklärungsflugzeuge unterdessen beim Bundesverteidigungsminister angefragt. Das stehe in einem Schreiben an Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU), der in Kürze darüber entscheiden wolle. Sprecher beider Ministerien hätten bestätigt, dass die Anforderung derzeit bearbeitet werde, heißt es. Die unter Nato-Kommando stehenden Awacs-Maschinen müssen beim Militärausschuss in Brüssel beantragt werden. Die Maschinen, in denen auch Soldaten der Bundeswehr mitfliegen, sollen den Luftraum über den Stadien kontrollieren und somit beabsichtigte Terroranschläge erkennen.(nz)