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Grüne stellen Sexualethik des Vatikans in Frage

24. Nov 2005 07:20
Volker Beck
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Der Grünen-Politiker Beck hat die positive Reaktion deutscher Bischöfe zu einem Vatikan-Erlass zur Homosexualität kritisiert. Dem Vatikan empfahl er, seine sexualethischen Grundlagen zu überprüfen.

Der Parlamentarische Geschäftsführer der Grünen-Fraktion im Bundestag, Volker Beck, hat die Katholische Kirche scharf attackiert. Mit Blick auf ein Dokument des Vatikan, dem zufolge Homosexuelle künftig nicht mehr zur Priesterweihe zugelassen werden sollen, sagte er der Netzeitung: «Es wäre ein Segen für die Sexualethik, wenn Rom ein paar Jahre innehält mit Stellungnahmen zu diesem Thema und stattdessen seine sexualethischen Grundlagen gründlich überprüft.»

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Wie Beck sagte, fängt das «Dilemma» schon bei Thomas von Aquin an, auf dessen Naturrechtslehre die katholische Lehrmeinung auch heute noch Bezug nehme. So seien bei Aquin «heterosexuelle Vergewaltigung und heterosexueller Missbrauch die harmlosere Sünde als homosexueller einvernehmlicher Verkehr», sagte er.

Haltung der Bischöfe «sehr bedauerlich»

In dem neuen Dokument des Heiligen Stuhls, das die katholische Nachrichtenagentur Adista vorab veröffentlichte heißt es, Männer mit «homosexuellen Tendenzen» sollten künftig nur dann Priester werden dürfen, wenn sie mindestens drei Jahre enthaltsam waren und somit ihre Neigung «überwunden» hätten.

Dass die deutsche Bischofskonferenz den Erlass positiv beurteilt hat, kritisierte Grünen-Politiker Beck als «sehr bedauerlich». «Die Deutsche Bischofskonferenz war bislang weiter als das Vatikan-Dokument», sagte er. Sie sei «näher am Leben» gewesen. «Deshalb finde ich es enttäuschend, dass die Bischöfe sich positiv zur Position des Vatikans äußern.» Beck appellierte an die Bischöfe, «von den homosexuellen Priestern nicht mehr zu verlangen als von den heterosexuellen». Es solle bei der bisherigen Praxis bleiben.

«Homosexualität und Priesterberuf»

Die deutschen Bischöfe hatten erklärt, das Vatikan-Papier stehe in einer grundsätzlichen Übereinstimmung mit der zuerst im Jahr 1999 erarbeiteten, dann von 2003 bis 2005 überprüften Handreichung «Homosexualität und Priesterberuf», die für den internen Gebrauch bestimmt gewesen sei, inzwischen aber auch öffentlich bekannt wurde. Die Bischöfe empfinden die Instruktion deshalb auch «als Bestätigung des eigenen Weges, der einerseits eine klare grundsätzliche Orientierung und anderseits eine differenzierte Beratung und Entscheidung im Einzelfall darstellt».

 
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