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Bischöfe für Vatikan-Erlass zu Schwulen

23. Nov 2005 19:32
Kardinal Karl Lehmann
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Die deutschen Bischöfe haben positiv auf das Vatikan-Dokument zu Homosexualität reagiert. Man empfinde die Instruktionen «als Bestätigung des eigenen Weges», hieß es in einer Erklärung.

Pläne des Vatikans, Homosexuelle, die nicht keusch leben, künftig nicht mehr zur Priesterweihe zuzulassen sind bei der Deutschen Bischofskonferenz auf positive Resonanz gestoßen. «In der Regel wird in unseren theologischen Konvikten und Priesterseminaren schon seit längerer Zeit in diesem Sinne verfahren», heißt es in einer Erklärung des Vorsitzenden der Bischofskonferenz, Kardinal Karl Lehmann.

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In dem von der katholischen Nachrichtenagentur Adista vorab verbreiteten Erlass heißt es, Männer mit «homosexuellen Tendenzen» sollten künftig nur dann Priester werden dürfen, wenn sie mindestens drei Jahre enthaltsam waren und somit ihre Neigung «überwunden» hätten. Die deutschen Grünen und der deutsche Lesben- und Schwulenverband (LSVD) hatten das Dokument als scheinheilig und theologisch antiquiert kritisiert.

Die deutschen Bischöfe lobten es dagegen ausdrücklich: Es stehe in einer grundsätzlichen Übereinstimmung mit der zuerst im Jahr 1999 erarbeiteten, dann von 2003 bis 2005 überprüften Handreichung «Homosexualität und Priesterberuf», die für den internen Gebrauch bestimmt gewesen sei, inzwischen aber auch öffentlich bekannt wurde. Die Bischöfe empfinden die Instruktion deshalb auch «als Bestätigung des eigenen Weges, der einerseits eine klare grundsätzliche Orientierung und anderseits eine differenzierte Beratung und Entscheidung im Einzelfall darstellt».

Die Kirche muss laut Vatikan-Dokument vor der Zulassung zur Weihe sicherstellen, dass der Anwärter die für das Priesteramt notwendige «emotionale Reife» und «spirituelle Väterlichkeit» entwickelt hat. Papst Benedikt XVI. hatte das Dokument, das von der Bildungskongregation ausgearbeitet worden ist, bereits am 31. August abgesegnet. Erstmals soll es damit eine verbindliche Regelung geben, wie mit homosexuellen Amtsanwärtern verfahren wird. Bislang wurden Priesteranwärter nicht auf ihre sexuellen Neigungen hin befragt oder überprüft. (nz)

 
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