Umfrage: CSU in Bayern unter 40 Prozent
Als Grund für Stoibers Popularitäts-Tief gelten dem Bericht zufolge sein Rückzug aus der Berliner Koalition und seine Ausfälligkeiten gegen Ostdeutsche während des Bundestagswahlkampfs.
Fraktionschef Joachim Herrmann und Landtagspräsident Alois Glück hätten Stoiber nun ultimativ aufgefordert, bis zum Frühjahr seinen politischen Stil zu ändern. Andernfalls müsse er seinen Posten als Parteichef räumen.
Spekuliert wird zudem über eine Ablösung von CSU-Generalsekretär Markus Söder. Der wisse genau, dass er auf der «Abschussliste» stehe, heißt es aus der CSU-Landesgruppe im Bundestag. Söder wird wie Stoiber für das schlechte Abschneiden der Union bei der Bundestagswahl mitverantwortlich gemacht.
Ein enger Mitarbeiter Stoibers sagte der Zeitung: «Es wird Wechsel auf zwei oder drei Positionen geben.» Auch die Nachrichtenagentur dpa berichtete unter Berufung auf CSU-Kreise, es gebe Überlegungen, an mehreren Positionen eine Verjüngung vorzunehmen.
Als aussichtsreichster Anwärter auf die Wiesheu-Nachfolge gilt demnach der Chef der Staatskanzlei, Erwin Huber. Als ungewiss wird zudem die politische Zukunft von Umweltminister Werner Schnappauf und Landwirtschaftsminister Josef Miller betrachtet.
Nach Angaben eines Sprechers der Staatskanzlei in München will Stoiber einen neuen Wirtschaftsminister bei der CSU-Klausurtagung Anfang Januar in Kreuth vorschlagen. «Alles andere sind haltlose Spekulationen», sagte der Sprecher.
Wiesheu selbst sagte, sein geplanter Wechsel stehe in keinerlei Zusammenhang zu der Debatte um Stoiber. Bereits vor Wochen habe er dem CSU-Vorsitzenden gesagt, dass er mit Bahn-Chef Hartmut Mehdorn ein Gespräch geführt habe, so Wiesheu. Als das Angebot diese Woche konkret geworden sei, habe er Stoiber erneut in Kenntnis gesetzt.

