12.11.2005
Herausgeber: netzeitung.de
Maria Böhmer (l) und Angela Merkel
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Die Vorsitzende der Frauen-Union, Böhmer, hat CDU-Chefin Merkel dazu aufgefordert, mehr Spitzenposten in der Großen Koalition an Politikerinnen zu vergeben. Einem Medienbericht zufolge meint sie damit auch sich selbst. Thema: Große Koalition Koalitionsvertrag stößt auf breite Ablehnung Chronologie: Der Weg zur Großen Koalition Müntefering: Die Menschen im Handeln überzeugen Merkel: Eine Koalition der neuen Möglichkeiten Parteispitzen: Vertrag ist «guter Kompromiss» Einigung auf Vertrag zur Großen Koalition
Die Frauen-Union wünscht, dass in der künftigen großen Koalition mehr Spitzenpositionen an Politikerinnen vergeben werden. Ihre Bundesvorsitzende Maria Böhmer (CDU) kritisierte in Ludwigsburg, dass nur zwei der sieben unionsgeführten Ministerien in Frauenhand seien. Die geplante Wahl der CDU-Vorsitzenden Angela Merkel zur Bundeskanzlerin lobte Böhmer dagegen als «kulturelle Revolution».
Böhmer klagte, der Anteil der weiblichen Abgeordneten in den Parlamenten gehe wieder zurück. Mit einem Frauenanteil von 19,9 Prozent bilde die CDU/CSU-Bundestagsfraktion das Schlusslicht. Sie forderte daher einen Frauenanteil von einem Drittel in den nachfolgenden Positionen.
Laut einem Bericht des Nachrichtenmagazins «Spiegel» macht Böhmer damit auch Werbung in eigener Sache. Der Zeitschrift zufolge will Merkel sich bei der Besetzung des Kulturstaatsministeramts zwischen Böhmer, die zugleich Vize-Fraktionsvorsitzende der Union im Bundestag ist, und dem Bremer CDU-Vorsitzenden Bernd Neumann entscheiden.
Als Favorit für den Posten des Regierungssprechers der großen Koalition gelte der ehemalige sächsische Regierungssprecher Michael Sagurna. Merkel sagte am Samstag, die Parlamentarischen Staatssekretäre würden erst ernannt, wenn die Minister im Amt sind.
Wiederwahl mit fast 100 ProzentDie 55-jährige Böhmer wurde an diesem Samstag auf dem 26. Bundesdelegiertentag in Ludwigsburg mit über 97 Prozent der Stimmen als Vorsitzende der Frauen Union wiedergewählt. Böhmer ist seit 2000 stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion und steht seit 2001 an der Spitze der Frauenvereinigung ihrer Partei. (nz)