netzeitung.deBayerische JU: «Putsch» gegen Stoiber möglich

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Manfred Weber (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

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Bayerns JU-Chef Weber hat einen Putsch gegen Stoiber angedroht - falls dieser aus dem Debakel der vergangenen Wochen keine Konsequenzen ziehe.

Der angeschlagene CSU-Chef Stoiber bekommt auch aus der Nachwuchsorganisation Junge Union (JU) massiven Druck. Falls sich die Lage bis zum Frühjahr nicht verbessere und das Grummeln an der CSU-Basis nicht abnehme, müsse in einem halben Jahr «einer den Putsch wagen», sagte Bayerns JU-Chef Manfred Weber dem Nachrichtenmagazin «Focus». Wenn es dazu komme, dann aus der Landtagsfraktion» wird der JU-Chef zitiert, der auch Europa-Abgeordneter ist.

Noch setze die Jugend auf Stoiber, betonte Weber. «Wenn er uns nicht entgegenkommt, wird er unsere Unterstützung verlieren.» Es sei fraglich, ob Stoiber die Kraft zur personellen Erneuerung finde. Die Partei dürfe «nicht länger bloß Transmissionsriemen der Staatskanzlei sein, sie muss wieder zur Ideenwerkstatt werden», forderte Weber. «Wir brauchen ein neues Grundsatzprogramm, eine inhaltliche Erneuerung.»

Auch Landtagspräsident Alois Glück hält einen Sturz Stoibers laut «Focus» nicht für ausgeschlossen. «Wenn sich in den kommenden Monaten nichts verbessert, wird es für den Edmund eng», sagte Glück dem Magazin zufolge zu Parteifreunden. Ähnlich habe sich Bayerns Wirtschaftsminister Otto Wiesheu in vertrauter Runde geäußert.

Nachfolge-Spekulationen
«Focus» berichtete über zwei Nachfolge-Szenarien, die in der CSU bereits kursierten. Beide sähen Bayerns Innenminister Günther Beckstein als neuen Ministerpräsidenten, bei einem Szenario sei Staatskanzlei-Chef Erwin Huber der neue Parteichef, beim anderen der designierte Bundes-Agrarminister Horst Seehofer.

CSU-Kreise verwiesen laut «Focus» zwar darauf, dass der in der Landtagsfraktion und Teilen der Berliner Landesgruppe verpönte Dauer-Querulant Seehofer nur zum Zug käme, wenn die große Koalition von Anfang an erfolgreich arbeite und er als Agrarminister davon profitiere.

Andere erinnerten demnach aber daran, dass der stellvertretende CSU-Vorsitzende bei Parteitagswahlen regelmäßig Traumergebnisse eingefahren habe und an der Basis außerordentlich beliebt sei. «Wer sollte Seehofer denn daran hindern, auf einem Parteitag für den Chefposten zu kandidieren, wenn Stoiber hinschmeißen muss? Niemand», zitiert das Magazin ein Mitglied des CSU-Präsidiums. (nz)