Warnung vor französischen Verhältnissen
07.11.2005
Herausgeber: netzeitung.de
Der Bezirksbürgermeister des von zahlreichen Migranten bewohnten Berlin-Neukölln, Heinz Buschkowsky, sieht den sozialen Frieden in seinem Stadtteil langfristig gefährdet. Wenn die Politik von Zuwanderern nicht Integrationsbereitschaft, Bildung und berufliche Qualifizierung einfordere, würden «aus heute integrierten Stadtvierteln dieselben Elendsquartiere werden wie in Frankreich», sagte der SPD-Politiker der Netzeitung.
«Wir bestimmen, heute, ob der soziale Friede in 15 Jahren gefährdet ist oder nicht», so der 57-Jährige. Buschkowsky zufolge kaschiert das deutsche Sozialsystem die Konflikte, die etwa in Frankreich für Unruhen sorgen. «Der soziale Friede in Deutschland wird erkauft», sagte Buschkowsky, der in seinem Rathaus auch für Finanzen und Wirtschaft zuständig ist.
Berlin-Neuköllns Norden werde in 15 Jahren nur noch von Migranten und ihren Familien bewohnt sein, prognostiziert Buschkowsky. «Die soziale und ethische Segregation [Entmischung] schreitet fort.»
«Wenn man die Entmischung aufhalten könnte, wäre eine gute Prognose gegeben», so Schiffauer. Mit Sorge betrachte er zudem die jährlichen Berliner Krawalle des 1. Mai. Das «primär von Migranten und Autonomen geprägte Klientel könnte auf so einen Zug aufspringen» und die Randale zu einem Protest gegen die sozialen Verhältnisse ausweiten, befürchtet Schiffauer.
In Frankreich begehren seit Tagen Jugendliche gewaltsam gegen soziale Benachteiligung auf. In der Nacht zum Montag brannten rund 1400 Autos aus, öffentliche Einrichtungen, selbst Kirchen wurden angezündet. Seit Frankreichs Regierung hartes Vorgehen gegen die Randalierer ankündigte, gewannen die Proteste noch an Stärke.
Für das Web ediert von Tilman Steffen

