Stoiber nennt Merkel als Rückzugsgrund
06.11.2005
Herausgeber: netzeitung.de
In der Öffentlichkeit hat Stoiber seinen Verzicht bisher mit dem Rückzug des bisherigen SPD-Chefs Franz Müntefering aus der SPD-Spitze begründet. Über seine wahren Gründe habe er nach der Papst-Audienz nur einem kleinen Kreis in Kenntnis gesetzt, so die Zeitung. Merkel und er passten nicht so gut in ein Kabinett, wird ein Ohrenzeuge zitiert. Es sei nun einmal so, «dass ich mit ihr nicht kann».
Nach Informationen der «Bild am Sonntag» hat für Stoiber letztlich der Streit mit Merkel über die Kompetenzen des dem CSU-Chef zugedachten Wirtschaftsministeriums den Ausschlag gegeben. Damit sei für ihn die Vertrauensgrundlage endgültig zerstört worden, hieß es.
Der stellvertretende CSU-Chef Seehofer sagte am Wochenende zur Personaldebatte um Stoiber: «Wenn jetzt da keine Ruhe ist, dann wird's krachen.» Glos erklärte, er wünsche sich, «dass diese Spiele und Infragestellungen, die gegenwärtig getrieben werden,... aufhören».
Andere CSU-Bundestagsabgeordnete bekräftigten gleichwohl ihre Kritik an Stoiber, der nach seinem Rückzug von einem Ministeramt in Berlin in den eigenen Reihen auch als bayerischer Regierungschef immer mehr unter Druck geraten war.(nz)

