netzeitung.deStoiber nennt Merkel als Rückzugsgrund

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Privataudienz beim Papst - Papst Benedikt XVI (l.) und Edmund Stoiber (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Privataudienz beim Papst - Papst Benedikt XVI (l.) und Edmund Stoiber
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Nicht wegen Müntefering, sondern wegen Merkel hat Stoiber auf einen Ministerposten in Berlin verzichtet. Das sagte der CSU-Chef Papst Benedikt XVI. bei einer Privataudienz im Vatikan.

Der bayrische Ministerpräsident Edmund Stoiber hat während seiner Privataudienz beim Papst die Gründe für seinen plötzlichen Verzicht auf ein Regierungsamt in Berlin dargelegt.

Wie «Bild am Sonntag» berichtet, wollte der CSU-Chef nicht mehr Wirtschaftsminister werden, weil sein Verhältnis zu der CDU-Vorsitzenden und designierten Bundeskanzlerin Angela Merkel völlig zerrüttet sei.

In der Öffentlichkeit hat Stoiber seinen Verzicht bisher mit dem Rückzug des bisherigen SPD-Chefs Franz Müntefering aus der SPD-Spitze begründet. Über seine wahren Gründe habe er nach der Papst-Audienz nur einem kleinen Kreis in Kenntnis gesetzt, so die Zeitung. Merkel und er passten nicht so gut in ein Kabinett, wird ein Ohrenzeuge zitiert. Es sei nun einmal so, «dass ich mit ihr nicht kann».

Nach Informationen der «Bild am Sonntag» hat für Stoiber letztlich der Streit mit Merkel über die Kompetenzen des dem CSU-Chef zugedachten Wirtschaftsministeriums den Ausschlag gegeben. Damit sei für ihn die Vertrauensgrundlage endgültig zerstört worden, hieß es.

Seehofer ruft zur Räson
Im CSU-Streit um den angeschlagenen Vorsitzenden Edmund Stoiber haben die beiden designierten Bundesminister Michael Glos und Horst Seehofer die Partei zur Räson gerufen. Zugleich deuteten sich Neuerungen an. Der Münchner Landtagspräsident Alois Glück sprach sich für eine «stärker Team orientierte Führung» aus. Dies sehe auch Stoiber so. Der CSU-Vorsitzende habe die Kraft und das Potenzial zu dem versprochenen Neuanfang.

Der stellvertretende CSU-Chef Seehofer sagte am Wochenende zur Personaldebatte um Stoiber: «Wenn jetzt da keine Ruhe ist, dann wird's krachen.» Glos erklärte, er wünsche sich, «dass diese Spiele und Infragestellungen, die gegenwärtig getrieben werden,... aufhören».

Andere CSU-Bundestagsabgeordnete bekräftigten gleichwohl ihre Kritik an Stoiber, der nach seinem Rückzug von einem Ministeramt in Berlin in den eigenen Reihen auch als bayerischer Regierungschef immer mehr unter Druck geraten war.(nz)