03. Nov 2005 12:15
Als Reaktion auf den neuen PISA-Bericht haben die Länder-Kultusminister Maßnahmen für mehr Bildungsgerechtigkeit angekündigt. Es gehe jetzt darum, schwache Schüler individuell und früh zu fördern.
Wie bereits vorab bekannt geworden war, belegt die detaillierte Auswertung des Ländervergleichs von 2003 einen weiterhin hohen Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und dem Bildungserfolg in allen Bundesländern. Demnach hat ein 15-Jähriger aus gut situiertem Elternhaus eine viermal größere Chance, das Gymnasium zu besuchen als ein Gleichaltriger aus einer armen Familie. Außerdem haben die Forscher ermittelt, dass Einwanderer-Kinder mit mangelhaften Sprachkenntnissen im deutschen Schulsystem praktisch chancenlos sind. Der deutsche Koordinator der internationalen Schulstudie, Manfred Prenzel, sagte, es gebe an den Schulen ein Begabungspotenzial, «das wir nicht ausschöpfen». Prenzel widersprach aber zugleich Berichten, wonach sich die Chancenungleichheit im Vergleich zur ersten PISA-Studie beim Zugang zum Gymnasium weiter verschärft habe. Prenzel legte dazu aktuelle Berechnungen vor, die allerdings nicht in der neuen PISA-Studie enthalten sind. Danach ist diese Ungleichheit zwischen PISA 2000 und 2003 auf hohem Niveau etwa gleich geblieben.