Müntefering-Porträt: Rückzug eines Urgesteins
Mit Müntefering als Vizekanzler sollte der sozialdemokratische Anteil innerhalb der großen Koalition deutlich herausgestellt werden. Mit dem Abschied von Bundeskanzler Gerhard Schröder von der Macht schien Müntefering auch in der Außendarstellung der SPD unangefochten und mit Abstand die Nummer eins zu sein. Innerhalb der Partei war er das schon seit langem.
Als im ersten rot-grünen Regierungsjahr die politischen Erfolge ausblieben, verließ Müntefering im September 1999 seinen Kabinettsposten als Verkehrs- und Bauminister und übernahm die erstmals geschaffene Funktion eines SPD-Generalsekretärs.
Seit September 2002 führte er dann die SPD-Bundestagsfraktion. Er galt stets als Schlüsselfigur für den Zusammenhalt der Partei - auch in den turbulenten Auseinandersetzungen um die Hartz-Reformen.
Münteferings politische Heimat ist der mächtige SPD-Landesverband Nordrhein-Westfalen, den er vor seinem Wechsel in die Bundespolitik lange Zeit geführt hatte. Der gebürtige Sauerländer ist verheiratet und hat zwei erwachsene Töchter. (nz)

