Als Schröder im März 2004 den Parteivorsitz abgab, wählten die Sozialdemokraten Müntefering mit 95,1 Prozent zu seinem Nachfolger - das beste Ergebnis für einen SPD-Chef seit 1991. Als Bundesgeschäftsführer der SPD gehörte er von 1995 bis 1998 zu den Mitbegründern des Wiedererstarkens der Sozialdemokraten und damit auch zu den Architekten des Wahlerfolges von Schröder.Als im ersten rot-grünen Regierungsjahr die politischen Erfolge ausblieben, verließ Müntefering im September 1999 seinen Kabinettsposten als Verkehrs- und Bauminister und übernahm die erstmals geschaffene Funktion eines SPD-Generalsekretärs.
Seit September 2002 führte er dann die SPD-Bundestagsfraktion. Er galt stets als Schlüsselfigur für den Zusammenhalt der Partei - auch in den turbulenten Auseinandersetzungen um die Hartz-Reformen.
Münteferings politische Heimat ist der mächtige SPD-Landesverband Nordrhein-Westfalen, den er vor seinem Wechsel in die Bundespolitik lange Zeit geführt hatte. Der gebürtige Sauerländer ist verheiratet und hat zwei erwachsene Töchter. (nz)