23. Okt 2005 12:09
Er gilt als Mann des Parteiapparats - jetzt soll Kajo Wasserhövel SPD-Generalsekretär werden. Ein Porträt.
In der SPD gilt er als hervorragender Organisator, der als Leiter der Wahlkampfzentrale erstklassige Arbeit geleistet hat: Nun will Parteichef Franz Müntefering Karl-Josef («Kajo») Wasserhövel zum neuen Generalsekretär machen.Für den 43-Jährigen würde der Amtswechsel eine Umstellung bedeuten. Diskret zog er seit März 2004 als Bundesgeschäftsführer der Sozialdemokraten im Hintergrund wichtige Fäden. Öffentlicher Aufmerksamkeit ging er bislang lieber aus dem Weg. Diese Zurückhaltung müsste er als Generalsekretär ablegen.
Seit gut elf Jahren folgt Wasserhövel Müntefering auf Schritt und Tritt: als Redenschreiber im Düsseldorfer Arbeitsministerium, als Büroleiter in den SPD-Zentralen in Bonn und Berlin, im Bundesverkehrsministerium und im Bundestag.
Bereits vor seiner Zeit als Bundesgeschäftsführer war der in Aachen geborene und in Bocholt aufgewachsene undogmatische Linke im Willy-Brandt-Haus kein Unbekannter. Dort hatte der Historiker und zweifache Familienvater zusammen mit seinem Vorvorgänger Matthias Machnig und dem heutigen Berliner Senatssprecher Michael Donnermeyer - «Müntes Boygroup» - bereits erfolgreich Wahlkämpfe organisiert und damit begonnen, die Parteiarbeit zu modernisieren.
In die aktuellen Verhandlungen für eine große Koalition mit der Union ist Wasserhövel ebenfalls eng eingebunden: Er sitzt in der vierköpfigen Steuerungsgruppe für die Koalitionsgespräche. Gemeinsam mit dem Parlamentarischen Geschäftsführer der SPD, Olaf Scholz, Bayerns Staatskanzleichef Erwin Huber (CSU) und CDU- Generalsekretär Volker Kauder koordiniert Wasserhövel die 16 Arbeitsgruppen, die die gemeinsame Regierung vorbereiten sollen. Dieses Vierergespann wird am Ende auch den Koalitionsvertrag formulieren. (nz/dpa)