FDP für Hilfseinsätze der Bundeswehr im Innern
19.10.2005
Herausgeber: netzeitung.de
Die FDP lehnt einen Einsatz der Bundeswehr in Deutschland strikt ab. «Wir sind ganz klar der Auffassung, dass wir eine Grundgesetzänderung, wie sie von der Union vorgeschlagen wird, nicht mittragen. Wir wollen keine Ausweitung der Einsätze der Bundeswehr im Inneren», sagte der Innenexperte der Liberalen, Max Stadler, der Netzeitung. Hilfsmaßnahmen der Truppe, die im Rahmen der Amtshilfe im Artikel 35 des Grundgesetzes geregelt seien, hält Stadler für möglich. «Das reicht aus, mehr brauchen wir nicht», sagte er.
Stadler riet Union und SPD, das Thema zu vertagen und nicht vorschnell Entscheidungen zu treffen. «Ich würde überhaupt dem Deutschen Bundestag empfehlen, das Thema zurückzustellen bis das Bundesverfassungsgericht am 9. November darüber verhandelt hat», sagte er. An diesem Tag soll in einer mündlichen Verhandlung über eine Verfassungsbeschwerde gegen das umstrittene neue Luftsicherheitsgesetz entschieden werden.
In dem seit Januar geltenden Gesetz wird der Verteidigungsminister ermächtigt, von Terroristen gekaperte Zivilmaschinen, die als Waffe eingesetzt werden sollen, im Notfall abschießen zu lassen.
Der innenpolitische Sprecher der SPD-Fraktion im Bundestag, Dieter Wiefelpütz, wollte sich angesichts der Koalitionsverhandlungen bei dem Thema nicht festlegen. Der Netzeitung sagte er auf die Frage, wie er zu Bundeswehreinsätzen im Innern stehe: «Im Prinzip haben wir eine gut funktionierende Sicherheitsarchitektur in Deutschland. Das schließt aber nicht aus, dass wir uns in der Feinabstimmung an der einen oder anderen Stelle in Zukunft noch besser aufstellen können.»
Er gehe von «konstruktiven und zügigen» Verhandlungen mit der Union aus, betonte der SPD-Politiker. «Ganz große Chancen sehe ich in der weiteren Verbesserung der Zusammenarbeit der nationalen, aber auch der internationalen Sicherheitsbehörden.»
Der Koalitionsvertrag soll bis zum 12. November fertig sein.

