Minister im Kabinett Merkel stehen fest
16.10.2005
Herausgeber: netzeitung.de
Damit steht neben CSU-Chef Edmund Stoiber (Wirtschaft) auch der zweite Minister aus der bayerischen Schwesterpartei fest. Die CDU stellt vier weitere Ressortchefs: Als sichere Kandidaten gelten Wolfgang Schäuble (Inneres), Annete Schavan (Bildung), Ursula von der Leyen (Familie) und der Hesse Franz Josef Jung (Verteidigung).
Wulff sagte dazu lediglich, Niedersachsen werde mit einem Minister im Kabinett vertreten sein. Von der Leyen kommt aus diesem Bundesland.
Die ebenfalls als Agrarministerin ins Gespräch gebrachte CSU-Politikerin und frühere Bundesministerin Gerda Hasselfeldt. Sie solle nun Bundestagsvizepräsidentin werden, hieß es.
Merkel will die Namen am Montag offiziell bekannt geben. Die SPD hat ihre acht Ministerkandidaten bereits benannt. Darunter ist auch SPD-Chef Franz Müntefering als Arbeitsminister und Vizekanzler. Unmittelbar nach Merkels Bekanntgabe sollen am Nachmittag die Koalitionsverhandlungen beginnen.
Aber auch der bisherige Parlamentarische Geschäftsführer der Unionsfraktion, Norbert Röttgen, werde ins Bundeskanzleramt wechseln, teilte das Blatt am Sonntagabend vorab mit. Die Merkel will demnach de Maiziere als Chef des Bundeskanzleramtes im Range eines Bundesministers einsetzen. Röttgen solle als Staatsminister die Bund-Länder-Koordinierung verantworten, hieß es.
Die «Süddeutsche Zeitung» berichtete von einem «Machtkampf» zwischen Merkel und Stoiber. Die CDU-Vorsitzende habe Glos ohne Absprache mit Stoiber das Verteidigungsressort angeboten, hieß es. In der CSU-Spitze sei dies als gezielter Versuch angesehen worden, «die Personalhoheit der CSU bei der Besetzung ihres zweiten Ministerpostens zu untergraben und damit Stoibers Autorität in Frage zu stellen».
In der ersten Verhandlungsrunde zwischen Union und SPD wollen die Parteien den Fahrplan für die Gespräche festlegen. Sie sollen bis Mitte November abgeschlossen werden. Am 14. November wollen SPD, CDU und CSU auf Parteitagen die Koalitionsvereinbarung billigen lassen. (nz)

