Fast jeder zweite Ostdeutsche unzufrieden
31.08.2005
Herausgeber: netzeitung.de
Blühende Landschaften sieht im Osten nur jeder Zweite
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Jedem zweiten Ostdeutschen geht es seit der Wende besser, so das Ergebnis einer Umfrage. Doch knapp die Hälfte der Befragten ist mit dem politischen System in Deutschland unzufrieden.
15 Jahre nach der Wiedervereinigung ist fast die Hälfte der Ostdeutschen mit dem politischen System in Deutschland, wie es in der Verfassung festgelegt wurde, unzufrieden. In einer Forsa-Umfrage im Auftrag des Magazins «Stern» sagten 30 Prozent der Ostdeutschen, sie seien mit dem politischen System «eher unzufrieden». 13 Prozent sind «sehr unzufrieden».
Damit, wie das System tatsächlich funktioniert, sind sogar knapp drei Viertel der Ostdeutschen unzufrieden. 53 Prozent sind damit «eher unzufrieden», 21 Prozent «sehr unzufrieden».
50 Prozent geht es seit der Wende besserKnapp drei Viertel der Ostdeutschen (72 Prozent) beanstandet laut Umfrageergebnis vor allem, dass es in der Gesellschaft eher ungerecht als gerecht zugehe. Dennoch sagt die Hälfte der Ostdeutschen, es gehe ihnen persönlich besser als vor der Wende.
Ihre Interessen sehen die Ostdeutschen zurzeit am besten bei der Linkspartei aufgehoben (31 Prozent). Danach folgen mit 18 Prozent die SPD und die CDU mit 14 Prozent. Ein Drittel (33 Prozent) der Ostdeutschen allerdings glaubt, dass keine Partei ihre Interessen vertritt.
Stoiber ist unglaubwürdigGlaubwürdigster deutscher Politiker ist für die Ostdeutschen laut Umfrage Bundespräsident Horst Köhler (30 Prozent), gefolgt von Linkspartei-Spitzenkandidat Gregor Gysi (18 Prozent). CSU-Chef Edmund Stoiber, dessen Äußerung über die Frustrierten in Ostdeutschland von 74 Prozent der Ostdeutschen als «völlig falsch» abgelehnt wird, hält nur ein Prozent der Ostdeutschen für den glaubwürdigsten deutschen Politiker.
Befragt wurden 1005 repräsentativ ausgewählte Bundesbürger in Ostdeutschland vom 24. bis 26. August. (nz)