netzeitung.deBald Rudi-Dutschke-Straße in Berlin

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Rudi Dutschke am 6. Dezember 1967 in Köln (Archivbild). (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Rudi Dutschke am 6. Dezember 1967 in Köln (Archivbild).
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Rudi Dutschke, einer der Anführer der Studentenbewegung der 60er Jahre, wird postum geehrt. Eine Straße in Berlin - entlang des Springer-Hochhauses - wird künftig seinen Namen tragen.

Ein Vierteljahrhundert nach seinem Tod sorgt der Studentenführer Rudi Dutschke in Berlin wieder für Aufregung. Die Bezirksverordnetenversammlung im Berliner Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg beschloss am Montagabend, einen Teil der Kochstraße in «Rudi-Dutschke-Straße» umzubenennen. Das ist umso brisanter, als die «Rudi-Dutschke-Straße» damit an die «Axel-Springer-Straße» anschließt. Springer und Dutschke waren erklärte politische Gegner. Der «Bild» war das Thema eine Meldung auf der Titelseite wert.

Die CDU kritisierte die Entscheidung für die Straßenumbenennung scharf. Diese sei nicht nur gegen den Willen der Bevölkerung gefallen, sondern huldige auch noch einer Person, die das parlamentarisch-demokratische System bekämpft und zu einer unverantwortlichen Radikalisierung beigetragen habe, erklärte der CDU-Abgeordnete Kurt Wansner.
Zustimmung von den Grünen
Zustimmung kam dagegen von führenden Grünen-Politikern. Bundesaußenminister Joschka Fischer sprach von einer «guten Entscheidung», die Respekt verdiene. Auch die Fraktionsvorsitzende der Grünen, Katrin Göring-Eckardt, sowie Parteichefin Claudia Roth äußerten sich positiv.

Marek Dutschke, jüngster Sohn von Rudi Dutschke, begrüßte die Umbenennung im Namen der Familie. Vordergründig sei es «schiere Ironie», dass nun in Berlin-Kreuzberg die kleine Springer-Straße in die große Dutschke-Straße münde, sagte Dutschke der «tageszeitung» («taz»).

Initiative der «taz»
Die «taz» hatte die Initiative zu der Umbenennung Ende 2004 selbst gestartet. Ihr Verlagsgebäude, das bereits nach Dutschke benannt ist, steht in der Kochstraße nur wenige hundert Meter vom Verlagshaus der Axel Springer AG entfernt. Der stellvertretende «taz»-Chefredakteur Peter Unfried vertrat die Ansicht, die Entscheidung sei auch «eine Versöhnung der Lager». Sie zeige, dass es ein Bewusstsein in der Gesellschaft für die historischen Leistungen Dutschkes und der 68er-Bewegung gebe.

Der am 7. März 1940 geborene Dutschke starb im Dezember 1979 an den Folgen eines Attentats, das elf Jahre zuvor auf ihn verübt worden war. 1967 hatte Dutschke als Studentenführer zu den Hauptorganisatoren der «Springer-Kampagne» gehört, die damals die Enteignung des Verlegers Axel Springer forderte. (nz)