Deutschland forciert Schutz vor Vogelgrippe
18.08.2005
Herausgeber: netzeitung.de
Die Wissenschaftler hätten dazu auf die Ergebnisse molekularbiologischer Grundlagenforschung zurückgegriffen. Ein Geflügel-Herpesvirus sei dabei so verändert worden, dass es seine krankmachenden Eigenschaften für Hühner zwar verloren habe, aber trotzdem zu einem guten Immunschutz im geimpften Tier geführt habe.
Der Bundesgrenzschutz sei auf Einreisekontrollen sowie auf die Kontrolle von Tierimporten intensiv vorbereitet worden, hieß es aus dem Bundesinnenministerium. Bei den deutschen Botschaften der von der Vogelgrippe betroffenen Länder liege ein Informationsblatt mit Verhaltensempfehlungen für Reisende aus. Vermieden werden sollen danach asiatische Geflügelmärkte sowie das Berühren von kranken Tieren aus falsch verstandener Tierliebe.
Mögliche Gefahren für im Ausland lebende oder ins Ausland reisende Deutsche beschäftigen das Auswärtige Amt seit langem, wie Sprecher Walter Lindner sagte. Die Beobachtung der jeweiligen Gefährdungslage flössen in die Reisehinweise des Amtes ein, die Interessenten im Internet abrufen können. Die Hinweise auf Vogelgrippe seien in Hinweisen für die betroffenen Länder Asiens bereits enthalten.
Mit dem Robert Koch-Institut und anderen Forschungseinrichtungen erarbeitet das Auswärtige Amt den Angaben zufolge aktuelle Lagebilder für Reisende, die in Kürze auf der Außenministeriums-Internetseite abgerufen werden könnten.
In Russland wachsen nach dem Auftreten der Vogelgrippe in Sibirien Befürchtungen, dass sich die Seuche nach Westen ausbreitet. Zugvögel könnten das Virus bis Herbst in die Gebiete am Schwarzen und Kaspischen Meer bringen. Bis zum Frühjahr könnte dann auch der europäische Teil Russlands betroffen sein. In Sibirien seien bisher vorsorglich mehr als 11.000 Hühner, Gänse und anderes Geflügel vorsorglich getötet worden.
Die Seuche grassiert seit 2003 in Asien. Da der Erreger H5N1 auf den Menschen überspringen konnte, kamen bisher mindestens 60 Menschen überwiegend in Vietnam und Thailand ums Leben. Weltweit starben nach Informationen des Bundesinnenministeriums infolge der Vogelgrippe etwa 150 Menschen, wie Sprecher Rainer Lingenthal mitteilte. (nz)

