Pilger zwischen Moschee und Biogeschirr:
Pilger zwischen Moschee und Biogeschirr
16. Aug 2005 12:52
 |  Anstehen für das Frühstück: ungarische Pilger | Foto: dpa |
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Die Pilger verständigen sich über Symbolkarten, sie essen aus Biogeschirr, manche haben Aufnahme bei «Andersgläubigen» gefunden, ein Jugendmagazin macht den Papst zum Star: Heiteres und Kurioses rund um den Weltjugendtag.
Nicht nur die christlichen Konfessionen öffnen ihre Herbergstore für die Pilger. Rund 120 Jugendliche dürfen während des katholischen Weltjugendtages in der Moschee der Türkisch-Islamischen Gemeinde nahe Bonn übernachten. «Unsere Moschee soll für alle offen sein», sagt Elisabeth Müller von der Gemeinde. «Nur so werden Vorurteile abgebaut.» Die Gemeinde hat den Raum unter dem Gebetssaal sowie Waschräume, die für die rituelle Reinigung vorgesehen sind, zur Verfügung gestellt und ein Freizeitprogramm organisiert.
Thema: Weltjugendtag 2005 |
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Weltjugendtags-Pilger, die weder Deutsch noch Englisch sprechen, können sich mit Hilfe einer Symbol-Karte auch ohne Worte verständigen. Mehr als 150 Bilder aus den Bereichen Ernährung, Verkehr, Hygiene und ärztliche Versorgung sollen den Gästen bei der Kommunikation helfen: Wer nicht weiter weiß, deutet einfach auf den gemalten Gegenstand. Die Piktogramme gehören zur Grund- Ausstattung eines jeden Pilgers. Sie befinden sich in den Rucksäcken, die die Gäste für die Großveranstaltung erhalten.
Eventcharakter im Vordergrund?
Nur jeder Fünfte glaubt, dass die Weltjugendtags-Pilger wegen ihres Glaubens nach Köln kommen. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage von Infratest dimap im Auftrag der Tageszeitung «Die Welt». 43 Prozent der Befragten halten den Eventcharakter des Weltjugendtags für das wichtigste Motiv der jungen Leute aus 193 Ländern, nach Köln zu reisen. Jeder Dritte meint, die Jugendlichen wollten vor allem den Papst sehen. Befragt wurden 1000 Menschen.
Einschränkungen im Flugverkehr
Die Sicherheitsvorkehrungen während des Papst-Besuches beim Weltjugendtag in Köln werden zu spürbaren Beeinträchtigungen des Flugverkehrs führen. Wie die Deutsche Flugsicherung in Langen mitteilte, wird der Flughafen Köln-Bonn zur Ankunft Benedikts XVI. am Donnerstag und zur Abreise am Sonntag für jeweils 45 Minuten gesperrt. Dadurch kann es zu Verspätungen im Linien- und Charterverkehr kommen. Zudem gelten von Donnerstag bis Sonntag Einschränkungen für Privatflieger. Rund um den Ort des Abschlussgottesdienstes auf dem Marienfeld westlich von Köln gilt bis zu einer Höhe von 3000 Metern ein Flugverbot.
Der Weltjugendtag im Internet-TV
Zehn bis zwölf Stunden täglich ist der Weltjugendtag im Internet-TV zu sehen. Ein Team aus 60 Profis und Freiwilligen stellt die wichtigsten Bilder live ins Netz: www.weltjugendtag.tv
 |  Zeltstadt auf den Rheinwiesen in Düsseldorf | Foto: dpa |
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Pilger essen von Bio-Geschirr
Die Verpflegung der 800.000 erwarteten Besucher soll keine Spuren in der Umwelt hinterlassen. Auf Plastik wurde gänzlich verzichtet, die Pilger erhalten ihre Mahlzeiten auf Ess-Schalen aus Maisstärke und essen mit kompostierbarem Besteck. Nach Gebrauch wandern Geschirr und Besteck samt Essensresten in eine Biogasanlage und werden vergoren. Laut Veranstalterangaben sollen in dieser Woche über 6 Millionen Mahlzeiten über die Theken der 300 Restaurants gehen.
Erste-Hilfe-Auffrischung empfohlen
Die Malteser empfehlen den Teilnehmern eine Auffrischung der Erste-Hilfe-Kenntnisse. «Jeder kann von einem Notfall betroffen sein und erwartet dann, dass zufällig Anwesende ihm Erste Hilfe leisten. Deshalb sollte auch jeder bereit sein, in einem Notfall zu helfen», mahnte Malteser-Einsatzleiter Wilhelm Bischoff.
Benedikt als «Bravo»-Poster
Zum Weltjugendtag feiert die Jugendzeitschrift «Bravo» erstmals in ihrer 49-jährigen Geschichte einen Papst als Star. In ihrer aktuellen Ausgabe (Mittwoch) wartet die Zeitschrift mit einem Mega-Poster des Pontifex auf. Daneben äußern sich auch Künstler wie Olli Pocher, Otto Waalkes oder Snoop Dogg zu den Themen Papst und Kirche. (nz)