netzeitung.deAcht Tote nach Wohnhausbrand in Berlin

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Bei einem Brand in diesem Haus starben in Berlin neun Menschen (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Bei einem Brand in diesem Haus starben in Berlin neun Menschen
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Bei einem Brand in einem Miethaus in Berlin-Moabit sind acht Menschen ums Leben gekommen. Mitverantwortlich für die hohe Opferzahl waren Schwierigkeiten bei der Verständigung.

Acht Menschen starben bei einem Wohnhausbrand im Berliner Stadtteil Moabit. Unter den Toten sind vier Kinder. Sieben weitere Personen werden im Krankenhaus behandelt, darunter fünf Schwerverletzte, teilte die Feuerwehr am Dienstag mit. Das Haus war offenbar überwiegend von Arabern bewohnt.
Zuerst war die Polizei von neun Toten ausgegangen. Doch das als verstorben gemeldete Kind war bereits als Opfer erfasst. Der Brand war im Treppenhaus des fünfgeschossigen Mietshauses ausgebrochen und habe von dort aus auf drei Wohnungen im vierten Stock übergegriffen. Die Polizei gehe von Brandstiftung aus, sagte Feuerwehrsprecher Gerd Hoffmann. Ermittler des Landeskriminalamtes (LKA) entdeckten im Hausflur im Erdgeschoss mehrere verkohlte Kinderwagen, die offenbar in Brand gesetzt wurden.

Einen ausländerfeindlichen Hintergrund schließt die Staatsanwaltschaft mit hoher Wahrscheinlichkeit aus. «Es spricht nichts dafür, aber auch gar nichts, dass es sich um einen Anschlag gehandelt hat», sagte der ermittelnde Oberstaatsanwalt Karl-Heinz Dalheimer am Dienstag. Darauf deute unter anderem hin, dass kein Brandbeschleuniger verwendet wurde

In Panik falsche Entscheidung getroffen
43 Bewohner erlitten leichte Rauchvergiftungen, konnten von der Feuerwehr aber an Ort und Stelle versorgt werden. Nach Angaben Hoffmanns will die Senatsverwaltung ihnen Notunterkünfte besorgen, da das Haus wegen der Brandschäden von der Bauaufsicht gesperrt wurde. Das Feuer zerstörte offenbar Teile des Treppengeländers.

Die Feuerwehr wurde um 23.07 Uhr am Montagabend alarmiert und konnte den Brand innerhalb einer Viertelstunde löschen. Wenn alle Bewohner in ihren Wohnungen geblieben wären, hätte es möglicherweise keine Toten gegeben, sagte Hoffmann. Als sie den Brand entdeckten, seien aber offenbar mehrere Menschen in Panik in das Treppenhaus gerannt und dort umgekommen.

Verständigungsprobleme bei der Rettung
Wie die Feuerwehr am Dienstag mitteilte, seien nach ihrer Einschätzung Sprachprobleme mitverantwortlich für die hohe Zahl der Opfer. Die ausländischen Bewohner des Wohnhauses hätten die Anweisungen der Feuerwehr nicht verstanden und die Rettungskräfte keine Möglichkeit gehabt, sich verständlich zu machen.

Die Feuerwehr hatte die Hausbewohner aufgefordert, ihre Wohnungen nicht zu verlassen, da das Treppenhaus aus Holz wie ein Kamin brannte. Viele Bewohner seien aber dennoch aus ihren Wohnungen geflüchtet und anschließend umgekommen, sagte Feuerwehrchef Albrecht Broemme.

Um in Zukunft derartig hohe Opferzahlen zu verhindern, sollen nun ausländische Gemeinden in Berlin stärker über Brandschutz und das Verhalten im Brandfall informiert werden. (nz)