netzeitung.deZentralrat der Juden attackiert Lafontaine

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Paul Spiegel (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

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Die Fremdarbeiter-Äußerung von Ex-SPD-Chef Lafontaine sei «auf das Schärfste zu verurteilen», sagte der Präsident des Zentralrats der Juden, Spiegel, der Netzeitung. Lafontaine solle sich davon distanzieren.

Von Dietmar Neuerer

Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Paul Spiegel, hat mit scharfer Kritik auf die Fremdarbeiter-Äußerung des früheren SPD-Chefs Oskar Lafontaine reagiert. Er könne zwar verstehen, dass Parteien versuchen, «rechte Wählerstimmen zu ergattern»; die Frage sei aber mit welchen Mitteln, sagte Spiegel der Netzeitung. «Es ist auf das Schärfste zu verurteilen, dass Lafontaine das mit begriffen versucht, die bekanntlich von den Neonazis benutzt werden.»

Der Zentralrat-Präsident forderte Lafontaine auf, sich seiner «demokratischen Grundeinstellung» zu besinnen. Er solle sich «unmißverständlich von populistischen und rechtsradikalen Äußerungen distanzieren», sagte Spiegel.

Lafontaine, mittlerweile NRW-Spitzenkandidat der Wahlalternative Arbeit und Soziale Gerechtigkeit (WASG), hatte vor zwei Wochen auf einer Kundgebung gesagt: «Der Staat ist verpflichtet, seine Bürger und Bürgerinnen zu schützen, er ist verpflichtet, zu verhindern, dass Familienväter und Frauen arbeitslos werden, weil Fremdarbeiter zu niedrigen Löhnen ihnen die Arbeitsplätze wegnehmen.»

Scharfe Kritik an Lafontaine kam auch von Bundestagspräsident Wolfgang Thierse. Der «Bildzeitung-Sozialist» Lafontaine spiele nicht nur mit Fremdenangst, sagte Thierse der «Berliner Zeitung». «Er bekennt sich sogar dazu, der NPD durch Anbiederung an deren Denk- und Sprechweise Stimmen abzujagen.»

Auch die PDS-Bundestagsabgeordnete Petra Pau reagierte ablehnend auf die Fremdarbeiter-Äußerung Lafontaines. «Da haben wir einen Konflikt», sagte Pau in der ARD. Sie «distanziere sich von diesen Äußerungen». Lafontaine werde sich auf einem PDS- Landesparteitag in Nordrhein-Westfalen erklären müssen. «Dann werden die Mitglieder der PDS (...) entscheiden, ob sie ihn nominieren.»