28. Jun 2005 22:01
Seit über 1000 Tagen lebt der Cottbusser Uwe Magdeburg mit einem Kunstherz. Langfristig könnte das neuartige System aus Deutschland die Transplantationen von Spenderherzen ersetzen.
Denn das System der Berlin Heart AG pumpt das Blut nicht pulsierend, sondern kontinuierlich durch den Körper. Anders als von manchen Kollegen erwartet habe sich nun gezeigt, dass der Organismus auch dauerhaft ohne «Pulsschlag» auskomme.«Incor» hat nach Ansicht der Experten damit eine Bewährungsprobe auch für einen langfristigen Einsatz bestanden. Bislang muss die Energiequelle in Form von Akkus jedoch noch in einer Umhängetasche getragen werden. Das zwölf Zentimeter lange und drei Zentimeter dicke Unterstützungssystem für die linke Herzkammer wurde in Europa bisher 198 mal transplantiert. Für die USA hat es noch keine Zulassung.
Theoretisch könne die Pumpe unendlich lange laufen, betonten Hetzer und Nüsser. «Irgendwann wird dies vielleicht eine Alternative zum Spenderherz sein. Auf lange Sicht ist eine Pumpe auch kostengünstiger», sagte Hetzer. Für Patient Magdeburg jedoch, der mit dem Kunstherzen «außer Baden alles» machen kann, steht die Antwort auf die Frage, ob er sich für eine Transplantation entscheiden würde, fest: «Ich würde es sofort tun.» Wegen einer seltenen Blutgruppe wartet er jedoch noch auf ein Spenderherz. (nz)